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3 Tage Berlin (Part 2)

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Der erste Tag in Berlin voller Eindrücke liegt hinter uns und der Autorin…

 

Am nächsten Tag steht die Stadtführung „Kreuzberg hautnah“ auf dem Programm. Wir treffen uns mit unserem Stadtführer „Der Hauptstädter“ alias Stefan Bachmann vor der berühmten Currywurstbude „Curry36“. Sie gilt als eine der bekanntesten Wurstbuden Berlins. 1949 wurde erstmals eine Currywurst zubereitet – von Herta Heuwer. Daran erinnert seit 2003 eine Gedenktafel an der Kantstraße 101 in Charlottenburg. 1981 stellt Lutz Michael Stenschke in Berlin zwei Buden – eine am Mehringdamm in Kreuzberg und eine direkt am Bahnhof Zoologischer Garten auf. Er verkauft täglich mehrere tausend Currywürste. Geöffnet sind seine Buden von neun Uhr morgens durchgehend bis fünf Uhr früh – sieben Tage die Woche. Stenschke hat zwischenzeitlich ausgesorgt, ihm gehört nicht nur der ganze Häuserblock, in dem sich auch die Currywurstbude befindet, sondern auch noch zwei Häuser auf Sylt. Aber: Stenschke gibt viel an Kreuzberg zurück, spendet einen Teil seiner Einnahmen regelmäßig an Einrichtungen wie die „Gelbe Villa“, ein Kreativ- und Bildungszentrum für Kinder und Jugendliche. Der Name „Curry36“ setzt sich übrigens aus der Hausnummer des Gebäudes am Mehringdamm und des Gewürzes zusammen. Hier treffen sich „Touris“ genauso wie Taxifahrer, Berlins Nachtschwärmer und Promis.

Wir gehen weiter und kommen direkt an der katholischen Kirche St. Bonifatius vorbei. Manch einer wird denken, das sei nichts Besonderes, aber für Berlin Kreuzberg ist es das schon. Die Türen stehen immer offen – Tag und Nacht. Pfarrer Cornelius zapft abends in einer kleinen Kneipe neben der Kirche Bier. Er ist nah dran an den Leuten. Das merkt man im sonntäglichen Gottesdienst, bei dem die Kirche bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt ist.

 

Es geht weiter Richtung Hofgarten, der uns aus der ein oder anderen Filmszene unbewusst bekannt ist. Unter anderem wurden hier Szenen aus dem Film „In 80 Tagen um die Welt“ mit Jackie Chan gedreht. Ein wunderschöner Hof.

Der Stadtteil Kreuzberg hat 160.000 Einwohner. 50.000 davon sind Migranten. Es waren einmal 80.000, aber 30.000 haben inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft. „Früher wollten alle raus aus Kreuzberg, heute wollen alle rein“, erklärt Stephan Bachmann. Die Menschen sagen heute stolz: „Wir sind Kreuzberger“. Das hat Kreuzberg nachhaltig verändert. Priorität haben Familien mit Kindern. Nach dem Prenzlauer Berg ist Kreuzberg der kinderreichste Bezirk Berlins. Seit 1996 findet an Pfingsten der Karneval der Kulturen statt – ein urbanes Festival, das die Vielfalt Berlins widerspiegelt. Mit einem kostenfreien Programm wird vier Tage lang gefeiert.

 

Wir sind auf dem Kreuzberg – früher Tempelhofer Berg. Wasser fließt keines, da die Pumpe kaputt ist und der Stadtteil Kreuzberg kein Geld für eine neue hat. 94 Jahre ist der Bezirk Kreuzberg nun alt und leider nach wie vor der ärmste der Stadt.

 

Stephan erzählt uns hier oben noch ein paar Geschichten zum geschlossenen Flughafen „Freiheit Tempelhof“. Per Volksentscheid wurde kürzlich beschlossen, dass das „Freiheit“ im Namen bleibt. Auf den ehemaligen Start- und Landebahnen wird geskatet und gekitet bis der Arzt kommt. Familien fahren mit IKEA-Tüten voller Pflanzenerde zum Tempelhofer Feld, um dort Gemüse und Obst anzupflanzen. Drachenfeste, Feuerwerke und Konzerte finden statt. In Berlin gibt es übrigens immer mehr Volksentscheide – und diese funktionieren auch!

 

Die Städtetouren von Stephan Bachmann alias „Der Hauptstädter“ kann ich jedem Besucher nur empfehlen. Er liebt die Spaziergänge durch Kreuzberg, er liebt Kreuzberg und davon erzählen zu dürfen, ist für ihn das größte Geschenk. Er ist Kreuzberger mit Leib und Seele.  Kontakt: Stephan Bachmann Telefon 0175-660 15 48. www.derhauptstaedter.de

 

Wieder unten angekommen, spendiert uns Stephan noch ein „handgemachtes“ Eis im „Schokolottchen“, Berlins einzigem Kirmescafe – sehr lecker. www.schokolottchen.de

 

Zurück im Hotel, bestelle ich einen Drink in der Monkey-Bar im 10. Stock unseres Hotels. Auf der Dachterrasse in luftiger Höhe mit Blick auf das Brandenburger Tor und den Zoo genieße ich den Sonnenuntergang. Neben internationalen Drinks gibt es kleine Gerichte aus der NENI Berlin-Küche von nebenan.

 

Unangefochtener Star dieser Location: der atemberaubende Blick über die City-West und das Blätterdach des Tiergartens. Riesige Glasfronten mit sechs Meter hohen, bodentiefen Fenstern bieten von überall eine 360-Grad-Aussicht. Die spektakuläre Dachterrasse, die zu drei Seiten das Gebäude umläuft, spricht für sich.

 
Der Übergang in die Nacht ist nahtlos, die Musik wird lauter und das Licht gedämpfter, die Stimmung gemütlich oder auch mal ausgelassen. Die Monkey-Bar mit Kaminecke lebt vom lockeren Kommen und Gehen. Wer einen Drink nimmt, sitzt entweder auf klassischen Barhockern oder auf dem legeren Treppen-Podest.

 
Der Duft von warmem Brot und Patisserie-Spezialitäten zieht durchs Haus. In einem Holzofen entstehen je nach Tageszeit Köstlichkeiten aus Sauerteig, Patisserie und anderen Brotspezialitäten – frisch, warm und zum „Dahinschmelzen“ gut. Es ist Mittwoch – nach meinem kleinen Frühstück im angrenzenden Bereich mit Kamin, gemütlichen Sitzmöbeln und Zeitschriften an der Wand verschwimmen die Grenzen zwischen drinnen und draußen. Hier sitzt man direkt am Fenster und sieht dem Treiben auf der Bikini Berlin-Terrasse zu. Berlin erwacht langsam. Zu jedem Frühstück gibt es gratis einen gesunden Bio-Apfel. Heute geht es Richtung Alexanderplatz. Ziel sind die Hackeschen Höfe. Ich entscheide mich heute für die etwas sportlichere Variante des Radfahrens und pflücke das Schindelhauer-Fahrrad aus einer Berliner Manufaktur von der Wand.

 

Die Hackeschen Höfe gehören zu einem ausgedehnten Altstadtquartier, das in Berlin seinesgleichen sucht: die Spandauer Vorstadt, nördlich des Alexanderplatzes. Die acht miteinander verbundenen Höfe zwischen der Rosenthaler Straße und der Sophienstraße wurden 1993 für 80 Millionen D-Mark saniert und sind heute mit vielen Läden, Galerien, Restaurants und Clubs ein beliebter Treffpunkt für Szenegänger, Nachtschwärmer und Touristen.

 

Heute ebenfalls noch auf dem Programm: das Brandenburger Tor mit Siegessäule und Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett.

Zurück im Hotel: Die Hälfte der 149 Zimmer heißt ‚Jungle’ und ist auf das Affen- und Elefantenhaus des Berliner Zoos ausgerichtet. Natürliche Materialien und warme Farben dominieren, wie z. B. Holz im Bodenbelag oder im Mobiliar. Das Regalsystem aus offenen und geschlossenen Elementen wurde von Studio Aisslinger für 25hours entworfen und bietet universell nutzbaren Stauraum. Eine komplette Verglasung vom Boden bis zur Decke garantiert den direkten Blick auf den Affenfelsen. In vielen Zimmern baumelt vor den großen Fenstern eine Hängematte. Das verleiht dem Zimmer die Atmosphäre eines kleinen Wintergartens als exklusiven Wohlfühlbereich. Einen besseren Logenplatz für ungestörtes Animal-Watching kann es in ganz Berlin nicht geben.

 

Die andere Hälfte der Rückzugsorte hört auf den Namen ‚Urban’ und bietet eine herrliche Aussicht auf die städtische Kulisse, natürlich auch auf die Budapester Straße. Ich hatte bereits erwähnt, dass ich ein Urban-Zimmer erwischt habe. Das Design der Zimmer ist „unfertiger“, in Anlehnung an Berlins kantige, kreative Seite. Betonwände zeigen ihren rauen Charme und die Decke erinnert an die Bausubstanz der fünfziger Jahre. Neben den feingliedrigen schwarz-weißen Wandillustrationen von Yoshi Sislay verleihen kühle Nuancen in Blau und Grau eine dezente Farbigkeit. Das Interieur wirkt insgesamt etwas tougher und strenger, aber Gemütlichkeit und Wärme kommen nicht zu kurz: Jedes Quartier hat eine erhöhte Brüstung mit pfiffiger Sitzbank – passgenau integriert in die Fensternische, ausgelegt mit Sitzauflagen und Kissen. Eine wohnliche Box, multifunktional nutzbar zum Arbeiten, Lesen und Schauen (apropos Schauen: an der Decke sind drei Ferngläser befestigt – witzige Idee)

 

Ruhezonen für die perfekte Entspannung. Perfekt für einen entspannten Ausklang. Leider habe ich dazu keine Zeit mehr. Ich entscheide mich an meinem letzten Abend für ein schönes Essen im Restaurant NENI im 10. Stock des Hotels. Das NENI bietet einen atemberaubenden Blick über die City-West und das Blätterdach des Tiergartens. Riesige Glasfronten ermöglichen eine 360-Grad-Aussicht. Wie im dritten Stock findet man auch hier Werner Aisslingers Objekte, einige seiner Stühle zum Beispiel: der Wing Chair, der Hemp Chair aus nachwachsenden Rohstoffen oder der Bikini Wood Chair für Moroso.

 

Die wichtigste Person im NENI ist Haya Molcho. Sie hat das NENI zu einem Genussort gemacht, ist leidenschaftliche Gastgeberin, Köchin, Catering-Unternehmerin, Szenewirtin, Ehefrau des bekannten Pantomimen Samy Molcho und vierfache Mutter. Gemeinsam mit ihren Söhnen ist sie mit NENI schon im Züricher Schwesternhaus der Hotelgruppe vertreten. Jetzt erobert sie Berlin.

 

Die kulinarischen Köstlichkeiten unter der Regie von Haya Molcho sind ein Mosaik aus persischen, russischen, arabischen, marokkanischen, türkischen, spanischen, deutschen und österreichischen Einflüssen. Die Tischkultur im NENI ist entsprechend bodenständig. Es geht gelassen zu. Der Service ist ungezwungen herzlich und persönlich. Wer mag, kann den Köchen auf die Finger oder in die Töpfe gucken – die verglaste Küche gewährt jede Menge Einblick.

 

Gut, dass ich bereits am Vormittag reserviert habe – mit Glück habe ich einen kleinen Tisch in der Mitte ergattert. Ansonsten alles reserviert. Kein Wunder.

 

Auf dem Zimmer steht eine Schreibmaschine. Ob wohl jemand ahnt, dass ich eine Reisereportage über meinen Drei-Tages-Trip schreibe? Mein Fazit: Die drei Tage waren viel zu kurz. Eigentlich wollte ich ja noch nach Potsdam, zur Museumsinsel, in das KDW und und und…

 

Die Türen dieser Katholischen Kirche stehen immer offen Und in dieser kleinen Kneipe zapft der Pfarrer Oliver Cornelius abends das Bier… Blick vom Kreuzberg Richtung Stadt Kreuzberg: Normalerweise fließt hier das Wasser runter Die Schokoladenmanufaktur CACAO in den Hackeschen Höfe – die feinen Schokoladen sind ein Genuss Restaurant NENI Restaurant NENI im 10. Stock des Hotels. Das NENI mit atemberaubendem Blick über die City-West und das Blätterdach des Tiergartens. Riesige Glasfronten bieten von überall eine 360-Grad-Aussicht. Das Restaurant NENI mit atemberaubendem Blick über die City-West und das Blätterdach des Tiergartens Restaurant NENI im 10. Stock des Hotels. Das NENI mit atemberaubendem Blick über die City-West und das Blätterdach des Tiergartens. Riesige Glasfronten bieten von überall eine 360-Grad-Aussicht Zooterrasse, Restaurant NENI
Erstellt am 02.10.2014 Kategorie: Erleben Der Artikel wurde bereits 1795 mal gelesen
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