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Wunsch und Wirklichkeit beim Hausbau

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Die eigenen vier Wände zu planen, ist eine großartige Aufgabe. Aber nicht immer entspricht das fertige Haus dem früheren Traum vom Glück zuhause, das die Bauherren erwartet haben. Woran liegt’s? Einen Traum in einen Plan zu verwandeln ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Deswegen ist es so wichtig, bei der Vorbereitung so viele sinnliche Eindrücke wie möglich zu sammeln.

Glückliche Bauherren nach dem Einzug ins schöne neue Haus: Dieses Bild wünscht sich jeder, der mit der Planung seines Traumhauses beginnt. Leider erfüllt er sich nicht immer. Gegen alle Erwartungen ist das Wohnzimmer dann nicht richtig gemütlich, die Küche zu dunkel, die Fensterfront zu stark zu den Nachbarn geöffnet. Wie schade! Man hätte es wissen können. Auf dem Bauplan und in der Ausstattungsliste war ja alles ersichtlich.

Aber für eine präzise Vorstellung brauchen wir räumliches Denken – die Fähigkeit, vor unserem inneren Auge aus einem zweidimensionalen Plan einen dreidimensionalen Raum entstehen zu lassen. Eine schwierige Aufgabe. Gut ausgestattete Küchen- und Badstudios bieten deswegen die Umsetzung ihrer Pläne in lebensgroßen 3-D-Animationen an, Haushersteller haben Musterhäuser übers Land verteilt, wo Bauherren eine sinnliche Vorstellung von ihrem zukünftigen Haus bekommen können. Wie stark diese Beispiele die Wünsche prägen, ist daran abzulesen, wie nah am Vorbild viele Häuser dann gebaut und ausgestattet werden.

Was aber, wenn meine Wohnwünsche individueller sind? Weil mein Grundstück andere Anforderungen an die Architektur stellt, mir der Mainstream der aktuellen Bautrends nicht gefällt oder meine Familiensituation einen anderen Grundriss erfordert?

Dann kann ich mit dem Architekten bauen – und werde womöglich mit einer anderen Herausforderung konfrontiert. Denn Architekten haben ihre eigenen Vorstellungen davon, wie ein gutes Haus aussehen sollte. Tatsächlich sehen sich zumal prominente Architekten als Erzieher – zu Stil und Geschmack, zu einem besseren Leben in besseren Häusern.
Richard Meier, berühmt für seine Architektur-Träume in Weiß, soll seiner Mutter einen Aschenbecher an den Kopf geworfen haben, weil der nicht zur Architektur des vom Sohn entworfen Hauses passte.

Ein Extrembeispiel, gewiss. Aber kein Einzelfall. Die Liebe vieler Architekten zu Sichtbeton etwa teilen längst nicht alle Bauherren. Manche lassen sich aber doch überreden, damit zu bauen – und sind begeistert. Anderen, nun ja, mangelt es dann an Behaglichkeit. Sie hätten es wissen können…

Wie gelingt es also, den Traum vom eigenen Haus Wirklichkeit werden zu lassen? Hier ein paar Tipps.

  1. Sammeln Sie so viele sinnliche Eindrücke wie möglich. Besuchen Sie Musterhäuser und -wohnungen, Bad-, Küchen- und Bodenstudios.
  2. Besuchen Sie Freunde und Verwandte und machen Sie sich bewusst, wo es Ihnen gefällt und wo nicht – und woran das liegt. Ist es so gemütlich, weil es eine Fußbodenheizung gibt? Oder ist es die Aussicht auf den herrlichen Garten, die Wärme des Kamins, die Möbel, die genau mein Geschmack sind? Derselbe Raum kann mit weißen Fliesen kalt und ungemütlich wirken, mit einem Holzboden aber sehr angenehm.
  3. Stellen Sie sich ganz bewusst in Räume und fragen sich: Möchte ich hier wohnen, essen, schlafen oder arbeiten – und warum?
  4. Besuchen Sie Häuser zu unterschiedlichen Tageszeiten. Vor allem im Dunkeln wirken Räume mit großen Fensterfronten völlig anders als am Tag.
  5. Fotografieren Sie, lassen Sie sich Pläne geben und notieren Sie Ihre Wahrnehmungen. Legen Sie eine Mappe für dieses Material an.

So entsteht langsam ein Gefühl dafür, welche Raum- und Fenstergrößen, welcher Grundriss und welche Ausstattung Ihnen wirklich entsprechen.

Ein guter Tipp für mehr Wohnzufriedenheit wird sich auf diese Weise allerdings nicht erschließen. Er stammt vom Architekturpsychologen Professor Peter Richter: „Aus psychologischer Sicht sollte jedes Mitglied einer Familie sein eigenes Zimmer haben, nicht nur die Kinder. Für sie ist das ein entscheidender Faktor ihrer Persönlichkeitsentwicklung.“ Dieses Konzept wird relativ selten umgesetzt. Wer es beherzigt, so Richters Erfahrung, wohnt viel zufriedener.

Wie wollen wir wohnen, was wollen wir bauen? Damit die Träume vom eigenen Zuhause wirklich in Erfüllung gehen, ist nicht nur gute Planung wichtig. Sondern auch ein Bewusstsein für die eigenen Wohnbedürfnisse. Ein großzügig verglastes Haus, gerade im Dunkeln schön von außen anzuschauen. Aber wie geht’s mir, wenn ich drinnen sitze? Ein Schlaf- oder Kinderzimmer im Erdgeschoss ist nichts für Ängstliche. Sie sollten deswegen auch keinen Bungalow bauen. Offene Fassadengestaltungen wie diese sind in Städten, wo immer enger gebaut wird, nicht mehr möglich. Wer gerne so leben möchte, zieht vor die Stadt. Oder ins Dachgeschoss ohne Gegenüber. Eine wunderbar coole Optik für Puristen, zu denen meist auch Architekten gehören. Vielen anderen fehlt es hier an Behaglichkeit. Die ideale Wohnung für Singles und frisch Verliebte, in dem sie miteinander kochen, essen, wohnen und arbeiten können. Dem späteren Alltag hilft es sehr, wenn jeder seinen eigenen Raum hat und man auch mal eine Tür hinter sich schließen kann.
Erstellt am 21.12.2016 Kategorie: Einblicke Der Artikel wurde bereits 1232 mal gelesen
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