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Die 50 besten Einfamilienhäuser 2016

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Jedes Jahr aufs Neue lobt der Callwey Verlag zusammen mit dem Deutschen Architektur Museum den Wettbewerb „Häuser des Jahres – die besten Einfamilienhäuser“ aus – 2016 bereits zum sechsten Mal. Und wie üblich hat der Verlag auch diesmal die Ergebnisse in einem dicken Bildband zusammengefasst. 272 Seiten voll mit innovativen Bauprojekten, die Architekturbegeisterte und künftige Bauherren gern als Inspirationsquelle nutzen. Denn nicht nur die Preisträger des Wettbewerbs werden präsentiert, sondern zusätzlich viele weitere interessante Wohnhäuser, die sich dem strengen Urteil der Jury gestellt haben.

Die große Bandbreite an Häusern unterschiedlicher Stilrichtungen, Größen und Bauweisen macht den besonderen Reiz des Kompendiums aus. Jeder Geschmack wird bedient. Schließlich steht nirgendwo geschrieben, was ein gutes Wohnhaus ausmacht, und es gefällt noch lange nicht jedem Bauherrn, was ein Experte gut findet. Eines haben alle gezeigten Entwürfe jedoch gemeinsam: Sie sind bewundernswert kreativ und in ihrem Stil stimmig.

Der Siegerentwurf
Weit mehr als die Grundrisse, Daten und Projektbeschreibungen der Autoren Wolfgang Bachmann und Nils Holger Moormann vermitteln die großformatigen, professionell fotografierten Aufnahmen einen Eindruck über die Architektur. Ganz vorne im Buch findet sich natürlich der Sieger des diesjährigen Wettbewerbs: Die Jury vergab den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis an Guntram Jankowski von werk A architektur aus Berlin für das Projekt „Neue deutsche Welle“ in Olching. Es handelt sich um ein schlichtes und schlankes Satteldachhaus, bei dem als Erstes die helle Wellblechhülle an Dach und Fassade ins Auge springt – ein Element, das eigentlich aus der Not geboren ist. Denn ursprünglich war eine Brettverschalung vorgesehen. Da diese jedoch zu teuer gekommen wäre, entschieden sich Architekt und Bauherr für den günstigeren Vorschlag des Dachdeckers, die Eindeckung auch an die Fassade zu bringen.
Überhaupt ging man bei diesem Bau diszipliniert mit dem Budget um und verwendete preiswerte Materialien. Planerisch jedoch wurde nicht mit cleveren Einfällen gespart. Die Fassade ist raffiniert gegliedert, die Wohnfläche optimal genutzt, sodass auf 145 Quadratmetern bis zu sechs Personen genügend Raum zum Leben finden. Natur- und Recyclingbaustoffe wie Holz und Zellulosedämmungen sorgten schon während des Baus des „KfW Effizienzhauses 55“ für einen niedrigen Energieverbrauch, was auch in der Nutzung so geblieben ist. Kurz: Die Jury war begeistert von dem modernen Stadthaus und verlieh ihm als ein Modell für zukünftiges Bauen den Siegertitel.

Vom ehemaligen Kuhstall bis zum Haus auf Stelzen
Wem die Wellblechfassade des Siegers zu modern daherkommt, der wird vielleicht schon auf den nächsten Seiten des Buchs mit einem Wohnhaus konfrontiert, das seinen Geschmack eher trifft. Der Entwurf könnte im Vergleich zum Träger des ersten Preises kaum gegensätzlicher sein: Es handelt sich um einen 140 Jahre alten Kuhstall, den Architekt Thomas Kröger zu einem temporären Landsitz für eine junge Familie mit daneben liegender Gästewohnung umbaute. Das Scheunenflair blieb erhalten, wofür vor allem die Backsteinfassade und die drei großen massiven Holztore verantwortlich sind. Im Innern jedoch sind loftartige, fast kathedralenartig hohe Wohnräume entstanden. Diese gelungene Symbiose aus Alt und Neu war der Jury eine Auszeichnung wert. Insgesamt ehrte die Jury acht der 202 eingereichten Arbeiten: Neben dem Preis für den Sieger vergab sie noch zwei Auszeichnungen und fünf sogenannte Anerkennungen.
Der Entwurf eines Wohnhauses in Österreich von Hammerschmid, Pachl, Seebacher – Architekten ist nicht darunter, deswegen aber nicht weniger sehenswert. Das Haus steht spektakulär auf Stelzen. Die beiden hölzernen Baukörper ragen weit über den Hang hinaus und bieten so einen einmaligen Ausblick über das Dorf wie von den Bauherren gewünscht. In der Mitte des u-förmigen Gebäudes liegt eine windgeschützte Holzterrasse. Auch im Innern spielt das Naturmaterial Holz hier eine große Rolle: Ein heller Holzboden verbreitet eine gemütliche Atmosphäre.
Beim Durchblättern des Buchs überraschen die verschiedenen Architekturideen immer wieder aufs Neue. Bei aller Kreativität fällt aber auf, dass viele Planer mit den gegensätzlichen Materialien Beton und Holz spielen. Sichtbeton und unbehandeltes Holz liegen im Trend oder wie es der Autor und ehemalige Herausgeber des Architektur-Magazins „Baumeister“ Wolfgang Bachmann in seiner Einleitung schreibt: „Wenn man (…) die letzten fünf, sechs Jahre zusammen betrachtet, prägt sich ein, dass die Bauherrschaften, die einen Architekten aufsuchen, sich mit Materialien und Details anfreunden konnten, die ehemals nur von Liebhabern einer puristischen Moderne akzeptiert wurden.“

 

Das Buch zum Wettbewerb „Häuser des Jahres – Die besten Einfamilienhäuser 2016“ von Nils Holger Moormann und Wolfgang Bachmann (ISBN 978-3-7667-2249-2) ist für 59,95 € im Buchhandel erhältlich. Die Jury des Architekturwettbewerbs (von links nach rechts): Nils Holger Moormann (Designer), Prof. Meinhard von Gerkan (Architekt, Büro gmp), Vorsitz: Peter Cachola Schmal (Direktor des Deutschen Architektur Museums), Bernardo Bader (Architekt und Preisträger des Jahres 2015), Dr.-Ing. Wolfgang Bachmann (Publizist), Ulrich Nolting (InformationsZentrum Beton) „Die neue deutsche Welle“ – der Sieger des Wettbewerbs „Häuser des Jahres – Die besten Einfamilienhäuser 2016“ ist ein Entwurf des Architekturbüros werk A architektur aus Berlin. Der Siegerentwurf von innen: Deckenhohe Verglasungen lassen den Raum größer wirken. Die Holzdecke setzt einen warmen Kontrapunkt zum kühlen Sichtestrich. So schön kann Zweckarchitektur sein: Das Büro TKA Thomas Kröger Architekt baute einen ehemaligen Kuhstall zu Wohnraum um und erhielt dafür eine Auszeichnung im Wettbewerb „Häuser des Jahres – Die besten Einfamilienhäuser 2016“. Im Innern des ehemaligen Kuhstalls schuf der Architekt ein modernes, klares Ambiente. Über dem Essplatz erhebt sich ein interessant gestalteter, extrem hoher Luftraum. „Wir legen Wert auf den behutsamen Umgang mit Topografie“, sagen die Architekten Hammerschmid, Pachl und Seebacher. Daher stellten sie diesen Neubau auch auf Stelzen und ließen die Geländeformation unangetastet. Eine leichte Holzkonstruktion war ideal für den aufgeständerten Bau. Auch im Innenraum setzten die Planer auf das natürliche Material: Die Böden sind aus hellem Holz. In Form und Material des Baukörpers lehnten sich die Architekten des Büros Hurst Song Architekten bei diesem Holzhaus an die dörfliche Bebauung im schweizerischen Morissen an. Nicht ganz ins Bild passen die Panoramaverglasungen, die jedoch einen einmaligen Weitblick bieten. Außen traditionell geprägt verblüfft das Innere des Berghauses mit minimalistischer Moderne. Die Betonböden sind geschliffen. Holz kommt erst wieder in Form einer Verschalung unter dem Dach zum Vorschein. Aus eins mach drei: Die Architekten von Davide Macullo Architects erweiterten ein einfaches Gebäude mit Satteldach um zwei weitere Kuben ähnlicher Größe, die sie allerdings versetzt zueinander anordneten. Die Jury verlieh diesem Objekt eine Anerkennung. Blick vom Innern des neuen Dreigespanns auf das Dorf in den Schweizer Bergen. Die zufällig wirkende alte Dorfstruktur stand Pate für die verschobene Anordnung der drei Bauteile.
Erstellt am 30.11.2016 Kategorie: Entdecken Der Artikel wurde bereits 4151 mal gelesen
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