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Die Quadratur der Ruhe

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Ein Hüttendorf? Ein erster, flüchtiger Blick – aus einem Heißluftballon zum Beispiel – ließe genau diesen Eindruck entstehen: Als gleite man über ein paar wie willkürlich in die niederbayerische Provinz platzierte Hütten. Ein zweiter Blick – nun durch ein Fernglas – würde die Aufmerksamkeit auf fünf Würfel lenken, offensichtlich ebenfalls Gebäude. Und er würde zeigen, dass jene Gebäude so planlos gar nicht da stehen, sondern sich, jedes auf seine besondere Weise, harmonisch einfügt in die Landschaft. 25.000 Quadratmeter umfasst dieses Ensemble, umrahmt von den Hügeln, Wiesen und Wäldern bei Bad Birnbach in Niederbayern. Und die Vorstellung von der Anreise per Heißluftballon mag abgehoben wirken, völlig aus der Luft gegriffen ist sie nicht. Vielmehr würde sie perfekt passen zu dieser Enklave, die wie aus der Zeit gefallen wirkt, ein wahrhaftiges Kleinod de Luxe: Das Hofgut Hafnerleiten nämlich pflegt eine einzigartige Dreifaltigkeit aus Entschleunigung, Natur und – mehrfach preisgekrönter – Architektur.

 

1999 hat der heutige „Gutsherr“ Erwin Rückerl die erste Kochschule Niederbayerns gegründet. Im Sterne-Restaurant „Königshof“ in München war er zuvor tätig gewesen, hatte seine Faible für mediterrane Küche im „La Pinta“ auf Sardinien perfektioniert und gab seine Kreativität von nun an auf dem Hofgut an Kochschüler weiter. Er lehrte und lehrt, saisonale und regionale Lebensmittel sinn- und geschmackvoll zu verarbeiten. Die besondere Verbundenheit zur italienischen Küche spiegelt sich in Kursen wie „Pasta secca“ oder „Antipasti“ wieder, während Kaffee-Liebhaber in Barista-Seminaren auf ihre Kosten kommen. Die Kochkurse und darauffolgende Verköstigungen finden traditionell im extra zu diesem Zweck ausgebauten Brunnenhaus des Hofguts statt. Nach wie vor gelten die Kurse als das Hafnerleitnische Herz. Noch mehr Seele haben ihm Erwin Rückerl und Ehefrau Anja Horn-Rückerl durch eine bauliche sowie konzeptionelle Erweiterung verliehen.

 

Denn, dachte sich das Ehepaar, gut gesättigte und höchst entspannte Gäste einfach wieder nach Hause zu schicken – das wäre doch Blasphemie! Von 2005 an ließen sie deshalb für die Übernachtung nach dem Kochkurs oder für Kurzurlaube sogenannte Themenhäuser inmitten der Gartenanlage erbauen. Dem Vorbild der niederbayerischen Landschaft mit ihren Streusiedlungen folgend,setzte man Hütten auf das Gelände. Zehn sind es inzwischen, allesamt in biologischer Bauweise entstanden, und sie machen – mit klaren Kanten, Satteldach, Holzfassade und Holzdach eindeutig von Heustadeln inspiriert – ihre jeweiligen Namen zum Programm. So thront das „Baumhaus“ auf Stelzen, liegt das „Bootshaus“ quasi im See oder wird das „Gartenhaus“
von einem Erlebnisgarten mitsamt Brunnen, Hochbeet, Rasenmatratze und Feuerstelle umringt. Allein oder zu zweit findet man schlichte, aber doch luxuriöse Rückzugsorte vor, in denen man durchatmen, zu sich kommen und sich der beruhigenden Wirkung der Natur hingeben kann.

 

Das Konzept geht voll auf, wonach sich jedes einzelne Gebäude einerseits sanft und dezent in die bestehende Topografie einbetten, andererseits größtmögliche Privatsphäre bieten soll. (Die nur von gemeinsamen, abendlichen Schlemmereien an der großen Tafel im Haupthaus unterbrochen wird.) Ein weiteres Anliegen verdeutlicht sich allenthalben: „Wir wollen die Landschaft in unsere Häuser hineinholen, das Innen und Außen verschwimmen lassen“, erklärt Erwin Rückerl. Wie das gelingt? Da wären die riesigen, bis zum Boden reichenden Fensterfronten zu nennen; oder das Spiel mit den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde, Luft – das jede einzelne der immer nur aus einem rund 40 Quadratmeter großen, luftigen Wohn- und Schlafraum bestehenden Hütten innen wie außen prägt. Nicht zuletzt setzt das Ehepaar voll auf den Baustoff Holz. Eiche, Lärche und weiße Tanne sorgen dabei für malerische Kontraste.

 

Exklusive Ferienhäuser im Rottaler Langhausstil runden das Wohnkonzept neuerdings ab. Vor allem für längere Aufenthalte gedacht, haben sie etwas mehr Wohnraum und bieten mit einer Küche noch mehr Unabhängigkeit und Privatsphäre. Dazu gehören ein gefüllter Frühstückskühlschrank, täglich frisch gemahlener Kaffee und Brötchen. Die Finnische Sauna, die Erdsauna sowie Ruheräume und Gartenanlage mit Teich stehen Gästen außerdem zur Verfügung. Das schwarze Holz dieser Neubauten soll laut Architekt Stefan Hanninger vom Architekturbüro Format Elf an alte, wettergegerbte Stadl erinnern, die zeitlose Farbe als eine Art Tarnfarbe dienen. Sie nämlich lässt die Häuser quasi eins werden mit dem Waldrand. „Die neuen Häuser treten in Dialog mit der Landschaft“, beschreibt es Erwin Rückerl. Welches der Häuschen man beziehen darf, hängt übrigens von der Aufenthaltsdauer ab!

 

Was trägt noch zu dieser sich unweigerlich einstellenden Entspannung bei, wenn man sich die Auszeit auf dem Hofgut gönnt? (Aus-Zeit zur Abwechslung mal ganz wörtlich genommen, denn Handys, Laptops, TV oder Radio machen hier keinen Mucks.) Nun, der Wellness-Königsweg führt in die „Entspannungswürfel“. Zwei stehen speziell für Massagen und Kosmetikbehandlungen zur Verfügung, der „Farbwürfel“ dient als Ruheraum, im vierte Würfel wird sauniert, der fünfte beherbergt den dazugehörigen Ruheraum. Streng kubisch und deutlich zeitgenössisch fügen sich Architektur und Materialien wiederum wie selbstverständlich in die Landschaft ein – ein Fakt, der abermals eine Jury auf den Plan rief. Diesmal heimste das Hofgut den Bayerischen TourismusArchitekturPreis „artouro 2013″ ein.

 

Wen es jetzt nach Bad Birnbach zieht: Der Übernachtungspreis beginnt bei 165 Euro pro Person und Nacht ab drei Nächten in den normalen Themenhäuschen. Halbpension und dreigängiges, mediterranes Abendessen an der Familientafel sind inklusive.

Weitere Infos unter www.hofgut.info

 

Hier einige Impressionen… Bildquelle: Hofgut Hafnerleiten

Das Baumhaus Das Haupthaus Teichsuiten Teichsuiten, innen Hofgut Hafnerleiten in der Nähe des idyllischen Städtchens Bad Birnbach. Haus am Wald. Der Neuöttinger Architekt Stefan Hanninger, der bereits die fünf Entspannungswürfel konzipiert und umgesetzt hat, zeichnet für die Gestaltung verantwortlich. Haus am Wald Haus am See Haus am See - alle Häuschen verfügen über Nischen, die mit ihren großen Fenstern zur Beobachtung des Nachthimmels einladen. Zimmer mit Aussicht
Erstellt am 30.06.2014 Kategorie: Erleben Der Artikel wurde bereits 2662 mal gelesen
Kommentare (2)   Kommentar schreiben

    • Lieber Herr Rückerl, es freut uns, dass Ihnen der Artikel gefällt. Wir haben diese doch nicht unerhebliche Korrektur schon vorgenommen. Vielen Dank für den Hinweis. Herzliche Grüße!

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