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Elektroautos auf der Überholspur?

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Dass Elektroautos die Zukunft gehört, darin sind sich Politiker wie Vertreter der Fahrzeugindustrie einig. Denn ein Elektroauto ist CO2-neutral, wenn es mit Ökostrom betrieben wird, wesentlich effizienter als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor und macht zudem komplett unabhängig von der Energiequelle Erdöl. Ein ideales Vehikel also, um die Energiewende umzusetzen. Doch leider scheinen das noch keine schlagenden Argumente für das Gros der privaten Autofahrer zu sein.

 

Zu diesem Schluss kommt man jedenfalls, wenn man sich die Absatzzahlen vor Augen hält. Zwar werden immer mehr Elektroflitzer verkauft – Ende 2014 gab es 17 Serienmodelle von deutschen Herstellern –, aber insgesamt sind 2014 laut Kraftfahrtbundesamt gerade mal 8.522 Fahrzeuge mit alleinigem Elektroantrieb neu zugelassen worden. Der Absatz entwickelt sich zu schleppend, um das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung zu erreichen, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren zu sehen. Als Konsequenz wurde im Herbst der Entwurf des Elektromobilitätsgesetzes verabschiedet. Es ermächtigt Städte und Gemeinden, Privilegien für Elektro-, Plug-In-Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeuge zu gewähren, wie etwa reduzierte Parkgebühren. Außerdem müssen Eigentümer von E-Autos schon seit 2012 zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer zahlen.

 

Ob das allerdings als Anreiz ausreicht, um die Elektromobilität massiv voranzutreiben, ist umstritten. Wissenschaftler raten zu einer ähnlichen Förderung wie in Norwegen, wo der Kauf eines E-Autos zum Beispiel von der Mehrwertsteuer befreit ist, oder auch zu einem Kaufanreiz analog der Abwrackprämie. Denn immer noch ist das Hauptargument, das gegen den Kauf eines E-Autos spricht, der vergleichsweise hohe Anschaffungspreis. Auch wenn sich in den letzten Jahren die Preissituation entspannt hat, kosten manche Modelle mit Elektroantrieb rund um die Hälfte mehr als die Benziner-Ausführung, hauptsächlich wegen der teuren Batterien. Viele Experten rechnen jedoch damit, dass die Preise in den nächsten Jahren weiter sinken werden, denn im Moment wird intensiv an der Batterie als Schlüsseltechnologie geforscht.

 

Neben dem Ziel, die Batterien preiswerter anbieten zu können, wird versucht, die Ladekapazität zu erhöhen. Denn aktuell dauert es auch bei Schnellladestationen immer noch viel länger ein E-Auto zu tanken als einen Benzin- oder Dieseltank zu füllen: Um eine Batterie zu 80 Prozent aufzuladen, brauchen sie etwa eine halbe Stunde. Zudem ist die Reichweite von Elektrofahrzeugen noch wesentlich geringer als die von herkömmlichen PKWs. Bei den meisten Modellen reicht eine Vollladung für 100 bis 200 Kilometer. Für den Großteil der Pendler- und Stadtfahrten ist das genug, für lange Autoreisen aber nicht.

 

Benötigt wird deshalb ein Ausbau der Ladestationen-Infrastruktur. Die meisten E-Autos werden bislang an der privaten Steckdose zu Hause aufgeladen. Wer eine Solarstromanlage auf dem Dach hat, kann so nahezu energieautark sein. Öffentliche Ladestationen sind dagegen noch relativ rar gesät: Die Zahl schwankt um die 4.500 Ladepunkte bundesweit. Schnellladestationen davon sind nur wenige, und die meisten befinden sich in Großstädten. Vor allem entlang der Autobahnen wären Schnellladesäulen jedoch wichtig, um eben auch längere Fahrten zu ermöglichen. Bezahlt wird direkt an den Säulen mit EC-Karte oder per Smartphone. Ein voraussichtlich im Sommer 2015 anlaufendes Pilotprojekt der Stadt München und der Stadtwerke der bayerischen Landeshauptstadt SWM in Kooperation mit BMW zeigt mit in Straßenlaternen eingebauten Ladestationen für Elektrofahrzeuge eine Lösung, wie ein zuverlässiges Ladenetz in das urbane Umfeld integriert werden kann. In den drei Stadtteilen Schwabing, Bogenhausen und Maxvorstadt sollen dann fünf bis zehn neue Ladepunkte in bestehende Laternen eingebaut oder auch ganze Laternen ausgetauscht werden – je nach den örtlichen Gegebenheiten.

 

Ein Kompromiss, mit denen sich eine geringe Reichweite ausgleichen lässt, sind Hybridautos, also Fahrzeuge, die sowohl einen Verbrennungs- als auch einen Elektromotor an Bord haben. Der Verbrenner springt immer dann ein, wenn die Batterie schwach wird. Außerdem sind die Batterien in diesen Hybridautos kleiner, was sie auch wieder günstiger in der Anschaffung macht. In einem ganz wichtigen Bereich sind die E-Flitzer ihren Verbrenner-Kollegen aber schon jetzt eine Nasenlänge voraus: Der Fahrspaß ist in einem Elektroauto ungleich größer als in einem „Normalo“. Das E-Gefährt beschleunigt viel schneller, da ein Elektromotor bereits ab der ersten Umdrehung seine maximale Kraft erreicht – und das flüsterleise.

 

Ein flotter Flitzer: Der smart fortwo electric drive ist klein und wendig und daher besonders gut für die Stadt geeignet Mercedes-Benz präsentierte im Januar auf der Consumer Electronics Show (CES) in Los Angeles den Prototypen F 015 Luxury, eine Luxuslimousine mit E-Antrieb, die ohne Fahrer autonom fährt Ebenfalls auf der CES 2015 im Januar stellte Toyota „Mirai“ vor, das erste marktreife Brennstoffzellenauto, das im September auch in Deutschland erhältlich sein wird. Bei der Technologie wird Wasserstoff in Strom umgewandelt Bei elektrischen Zahnbürsten längst Standard: Audi erforscht derzeit intensiv das kontaktlose Laden per Induktion, dem Audi Wireless Charging Model S des Elektroauto-Pioniers Tesla sprintet in 3,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Mit Model X plant Tesla, demnächst einen SUV auf den Markt zu bringen Die elegant designten Tesla-Autos werden im Werk in Fremont, Kalifornien, gefertigt. Es hat eine Kapazität von 1.000 Fahrzeugen pro Woche Weltstadt mit Herz für Elektroautos: Eine E-Ladestation der Stadtwerke München vor der BMW-Welt. Durch sie fließt zu 100 Prozent Ökostrom
Erstellt am 09.02.2015 Kategorie: Entdecken Der Artikel wurde bereits 1654 mal gelesen
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