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Entspannt wie ein Sultan

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Spielarten an Wellness-Hotels gibt es so viele wie – nun, so viele wie Kamele in der Wüste vielleicht? Eine Karawane scheint einst jedenfalls eine Abzweigung nach Saalbach-Hinterglemm genommen zu haben. Ihre Hinterlassenschaft: eine edle Herberge, die alpine, urbane und orientalische Elemente zu einer zur Abwechslung mal wirklich exotischen Oase der Erholung vereint.

 

Unsere Nasen begreifen zuerst, welche Stunde geschlagen hat. Die Schiebetüren haben uns den Weg kaum freigegeben, da umfangen uns schon orientalische Düfte, weihrauchig und würzig – ein unaufdringlicher, aber doch deutlicher Duft nach Nelke, Anis, Zimt und Anverwandte. Eine süßliche Spur wie sie früher entlang der legendären Gewürz-Handelsrouten in der Luft gelegen haben mag, führt uns zur Rezeption. Auch erste Turbane begegnen uns. Eine Sinnestäuschung? Waren dem Weihrauch berauschende Ingredienzen beigemischt? Herrjeh, natürlich nicht! Die Kopfbedeckungen könnten westlicher nicht sein. Um nasses Haar gewundene Handtücher sind´s, und die Träger lustwandeln nicht im Kaftan, sondern im Bademantel. Auch wir werden den ausgezeichneten Wellness-Bereich (u. a. 15 Punkte und 2 Lilien beim Spa Award des Relax Guide) noch erkunden dürfen. Doch vorerst begrüßt man uns herzlich.

„Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.“

Mit dem Zitat aus Goethes West-östlichem Divan vor Augen kriegen wir noch vor dem obligatorischen Papierkram Chai-Tee kredenzt. Ankommen, durchatmen, sich Zeit nehmen – hier, in diesem „Time Design Hotel“, wie die Gastgeber es umschreiben, sind nur Stress und Hektik nicht willkommen.

 

Hier: das soll ein Wochenende lang die „Alpen-Karawanserai“ sein, errichtet im Tale zu Saalbach-Hinterglemm im Salzburger Land von den Sommerbichler-Geschwistern Stefan, Andrea und Martin. Das gerade jenes Trio dieses Konzept entwickelte, kommt nicht von Ungefähr. Die Eltern führten an Ort und Stelle das „Blumenhotel Tirolerhof“. Viel schicksalsträchtiger jedoch: die Eltern führten auch ein Transportunternehmen in Persien und nahmen den Nachwuchs mit auf ihre Reisen. Man kann sich leicht vorstellen, wie uns diese fremde, bunte, märchenhafte Welt beeindruckt hat, erinnern sich die Sommerbichler-Junioren. Als sie das Regiment übernehmen, übertragen sie kurzerhand jenes Beherbergungskonzept aus dem Orient in ihre alpenländische Welt. Zwei Jahre dauerte es, dann war 2009 aus ihrer Vision Wirklichkeit geworden: Eine Karawanserai in den Kitzbüheler Alpen, freilich mit Pkws in der Tiefgarage anstelle von Wüstenschiffen…

 

Wir stehen indessen immer noch an der Rezeption. Lassen den Blick schweifen über schwere Teppiche, geradlinig urbanes Holzmobiliar, edle Steinböden. Ein weiteres Ritual soll den Übergang aus dem Alltag hinein in diese zeitlos-exotische Welt erleichtern. Wir dürfen uns aus einer wiederum betörend duftenden Auswahl handgeschöpfter Naturseifen unser Lieblingsstück fürs Zimmer aussuchen. Lavendel, Heublumen oder Wiesenkräuter? „Bekennende Selbstmacher“ seien sie alle, erklärt das Rezeptionsoberhaupt Elisabeth Breitfuß. Vom Massageöl über das Naturpeeling bis hin zur Seife legt das Team selbst Hand an, auf erlesene Zutaten besonderen Wert legend: Bio-Pflanzenöle etwa, dazu ästherische Öle, oder Biokräuter aus dem hauseigenen Garten und der Region.

 

Unser Doppelzimmer ist nicht besonders groß, rund 20 Quadratmeter. Großartig ist dafür die Aussicht! Der Blick geht rückwärtig hinaus in Richtung Reiterkogel-Hang. Wanderer (bzw. im Winter Skifahrer), was willst du mehr! Der Eichenholzboden verströmt ein wohliges Barfußgehgefühl, eine Wendeltreppe führt hinauf auf eine niedliche Galerie mit Gel-Kamin. Das Bad schiefergrau-steinern, angenehm warm kontrastiert von einem Holzregal. Die Farben Braun, Beige, und Rot geben in dem insgesamt edel und elegant, jedoch nicht protzig wirkenden Refugium den Ton an. Doch was inspizieren wir die Schlafstätte mit solch wachsam geschlitzten Sherlock-Augen – zum Stubenhocken ist die Karawanserai nicht gebaut! Zeit „designen“: das soll schließlich heißen: sich zwar nicht stressen lassen, aber jede Minute auskosten. Also auf, kosten wir hinein in den 2.500 Quadratmeter großen Wellnessbereich, der hier „Amber-Spa“ heißt, in Anlehnung an jene mysteriöse Substanz aus dem Meer, die unter dem Einfluss von Licht und Luft einen unverkennbaren Duft entwickelt. Dereinst habe Amber als so kostbar gegolten, dass es mit Gold aufgewogen wurde, wissen die Gastgeber zu erzählen. Klingt vielversprechend, also endlich auch hineingeschlüpft in den bereit liegenden Bademantel, der im ganzen Gebäude vom Frühstück bis zum Nachmittags-Snack dem Dresscode Genüge tut.

 

Wir treten ein in eine wiederum wohlig-kontrastreiche Welt. Orientalische Laternen verströmen sanftes Licht, futuristische Sitzmöbel setzen moderne Akzente. Die harten Fakten nüchtern aufgezählt: Zwei Pools – einer drinnen, einer draußen (ganzjährig beheizt) – in denen das Wasser fröhliche Farbenspiele treibt; sieben Saunen, ein Hamam; zwei Kneippanlagen (in- und outdoor); Tropischer Indoor-Garten mit Regenwald-Erlebnisdusche; Eisbrunnen im Frischluftraum; fünf Ruhe-Oasen; großer Designgarten; Wellnessbar mit Quellwasser, Säften, Tees und gesunden Naschereien; so viel zu Unter- und Erdgeschoß.

 

Am „Skydeck“ – die Bezeichnung lehnt sich absichtlich an Kreuzfahrtschiffe an – wartet ein weiterer Wellnessbereich mit Frischluft-Attraktionen wie der Finnischen Altholzsauna, Sonnenterrasse, Panorama-Relaxraum, Himmelbetten im Dach-Schilfgarten oder dem kühlenden Tauchfass. Die größte Attraktion aber ist der Ausblick. Ein Katzensprung scheint es hinüber zum Gipfel des Schattbergs zu sein oder hinauf auf den Zwölferkogel. Als wir hier faul in der Sonne fläzen, hat der „Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang“ seine Lifte noch nicht angeworfen. Im goldenen Herbst ist das Gebiet mit seinen 200 Pistenkilometern noch grün und auf Schuhen zu erkunden. (Eine solche Erkundungstour unternehmen wir anderntags; inklusive beeindruckendem Panoramablick bis hin zu den Dolomiten oder zum 30 Meter hohen, begehbaren Jakobskreuz im benachbarten Pillerseetal.) Heute fahren wir nochmal hinab, stecken die Zehen in den Naturbadeteich und umrunden den von Latschen und Zedern, Almrausch und Wacholder bewachten Karawanserai-See.

 

Freilich, ein kaum nennenswerter Spaziergang. Dennoch meldet sich langsam der Hunger. Die Alpen-Karawanserai bleibt ihrem Konzept bis in die Küche hinein treu. Vor dem Restaurant „Freiraum“ erinnert ein farben- und duftreicher Gewürzbasar an die kulinarischen Errungenschaften aus den Morgenländern. Ein Blick in die von Jan Müller (dem äußerst zuvorkommenden und charmant-eloquenten Maître d’hôtel) überreichte Menükarte kündigt das genauso Naheliegende wie in seiner Ausführung Geniale an: „Orient meets Modern Alps“ hat Küchenchef Christian Oblak seinen abendlichen 5-Gänge-Gourmetmenüs als treffendes Motto vorangestellt. Klassische Spezialitäten aus dem Salzburger Land gepaart mit exotischen Gerichten aus dem Orient. Gerichte wie die „Glacierte Honigente mit Apfelrotkraut und Grammelknödel“, „Hackfleisch Dim Sum auf sautiertem Chinakohl“ oder eine „Rotbarbe im Ingwersud mit Orecchiette und Gemüseperlen“ zeigen: Heimisches und Exotisches vermögen sich in einem Topf durchaus zu raffinierten Neukreationen zu vermengen.

 

Derart verwöhnt trifft der Körper dann eine eindeutige Entscheidung. Vor die Wahl gestellt, in der Smoker´s Lounge noch in geselliger Runde an einer Shisha zu nuckeln, an der Bar einen Absacker zu genießen oder gleich an der Matratze zu horchen, gewinnt die satte Müdigkeit. Macht aber nichts. Morgen steht ein weiterer Tag an. Noch zieht die Karawane nicht weiter. Die Uhr scheint still zu stehen. Und so schließen wir die Augen, um von Tausendundeiner Nacht zu träumen…

 

Kontakt:

Alpen-Karawanserai Time Design Hotel
Familie Sommerbichler
Dorfstraße 222
A-5754 Saalbach Hinterglemm
Tel.: +43 6541 6497
Fax: +43 6541 649768
welcome@alpenkarawanserai.at
www.alpen-karawanserai.at

Alle Fotos: Alpen-Karawanserei Time Design Hotel

 

Erstellt am 26.01.2015 Kategorie: Erleben Der Artikel wurde bereits 1068 mal gelesen
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