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Barcelona und das Erbe Gaudís

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Was wäre Barcelona ohne Antoni Gaudí? Wohl nur eine schön gelegene Hafenstadt am Mittelmeer. Kaum eine andere Stadt ist so von dem Wirken eines einzelnen Architekten geprägt wie Barcelona von Gaudí. Denn durch die Bauten des berühmten Architekten und Künstlers erhält das Stadtbild der katalanischen Hauptstadt sein unverwechselbares Flair mit einem Hauch geheimnisvoller Mystik.

Wer war der Mann, ohne den das heutige Barcelona nur schwer vorstellbar ist? Antoni Gaudí wurde am 25. Juni 1852 als Sohn eines Kupferschmieds in der Nähe von Reus, einem kleinen Städtchen nordwestlich von Tarragona, geboren. Er war das jüngste von fünf Kindern. Bereits in der Kindheit litt er unter Rheuma, einer Krankheit, mit der er sein ganzes Leben lang zu kämpfen hatte. Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, von 1873 bis 1875 Architektur zu studieren. Für das Studium zog er nach Barcelona, der Stadt, die ihn Zeit seines Lebens nicht mehr los lassen sollte.
Gaudís architektonisches Werk wird dem Modernisme, einer Strömung des katalanischen Jugendstils, zugerechnet. Sein Stil ist jedoch so unverwechselbar und eigenwillig, dass er sich in keine Schublade pressen lässt. Gaudìs Bauwerke sind fest mit der Stadtgeschichte Barcelonas verbunden: Als Kunst- und Bauwerke in einem stellen sie eine Symbiose aus arabischen und christlichen Kultureinflüssen dar und könnten nirgendwo anders stehen als hier. So verwundert es nicht, dass die schönsten und außergewöhnlichsten Wahrzeichen der Stadt dem genialen Geist Gaudís entsprangen.

La Sagrada Familia

Als sein Meisterwerk gilt die bis heute unvollendete La Sagrada Familia, eine fünfschiffige Basilika. Weit sichtbar thronen die schmalen Türme der Kathedrale über den Dächern der Stadt. Mit keinem anderen Bauwerk ist das Leben und Wirken Gaudís so verknüpft wie mit diesem. Im Jahr 1882 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Wie für alle seine Bauwerke holte er sich die Ideen für den Sakralbau aus der Natur. Entsprechend prägen runde, organisch wirkende Formen den Architekturstil. Überall finden sich geschwungene Linien und der Natur entlehnte Elemente. Wer mit offenen Augen durch den Bau geht, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Gaudí überließ nichts dem Zufall: Um jedes noch so kleine Detail bei der Umsetzung seiner Pläne kümmerte sich der Architekt selbst. Am Ende lebte er sogar auf der Baustelle – bis zu seinem plötzlichen Tod. Gaudí starb im Jahr 1926 so ungewöhnlich wie er selbst war: Nach einem Unfall mit einer Straßenbahn brachte man ihn schwer verletzt in ein Armenkrankenhaus, da die Menschen ihn aufgrund seines verwahrlosten Äußeren für bedürftig hielten. Erst im Krankenhaus erkannte man den berühmten Architekten, der schließlich aber seinen Verletzungen erlag. Wenn beim Bau der Sagrada Familia alles nach Plan läuft, sind die Bauarbeiten 2026, 100 Jahre nach dem Tod ihres Architekten, abgeschlossen. In der Krypta der Sagrada Familia liegt Gaudí begraben.

Park Güell

Auch einige Profanbauten wurden von dem Architekten geplant. So begeisterte Gaudís Schaffen den Industriellen und seinen Freund Eusebi Güell so sehr, dass er ihn mit dem Bau einer Gartenstadt beauftragte: dem heutigen Park Güell. Der Architekt legte eine weitläufige Gartenanlage mit Terrassen und mehreren Villen darin an. Heute stehen drei Gebäude im Park: das Wohnhaus der Familie Güell, das derzeit eine Schule beherbergt, Gaudís ehemaliges Wohnhaus, heute ein Museum, und das damalige Wohnhaus eines mit Gaudí befreundeten Architekten, das immer noch bewohnt ist. Auch hier finden sich überall organische Formen. Berühmt ist der Park für seine bunten Mosaiken aus Keramikscherben und Fliesenbruchstücken aus nahe gelegenen Keramikfabriken sowie für die Serpentinenbank, von der aus man seinen Blick über Barcelona schweifen lassen kann.

Casa Batlló

Auf der Besuchsliste der meisten Barcelona-Reisenden steht noch ein weiteres Bauwerk Gaudís, das zweifelsfrei eines seiner interessantesten Arbeiten ist: die Casa Batlló. Hier plante der Architekt für den Auftraggeber, den Textilindustriellen Josep Batlló, ein bestehendes Gebäude um. Das gesamte Gebäude ist ein Symbol. Es erzählt die Legende vom heiligen Georg, der mit einem Drachen kämpfte und ihn tötete. Sein Dach ist entsprechend wie ein Drachenrücken geformt, der mit großen Schuppen bedeckt ist. Die Front ist mit farbenfrohen Blumen übersät und enthält geschwungene Balkone, deren Brüstungen an Schädelknochen erinnern. Auch die Säulen im unteren Bereich der Fassade sehen Knochen ähnlich aus. Das Gebäude befindet sich in Privathand, kann aber besichtigt werden.

Casa Milá oder La Pedrera

Die Casa Milá war das letzte Bauwerk des Architekten, bevor er sich voll und ganz der Sagrada Familia widmete. Das Gebäude wird auch La Pedrera genannt, was so viel heißt wie das Steinbruchhaus. Der Grund: Die Fassade des Hauses wirkt wie ein einziger, aufragender Felsen. Im gesamten Gebäude ist kein rechter Winkel zu finden, alles wurde nach dem Vorbild der Natur gestaltet. Gaudí baute darüber hinaus ein ausgeklügeltes natürliches Belüftungssystem ein, dass eine Klimaanlage überflüssig macht. Es lohnt sich im Haus bis ganz nach oben zu steigen: Unter dem Dach befindet sich ein Museum über Gaudís Baukunst und auf dem Dach bietet sich Besuchern ein weiter Blick über Barcelona. Außerdem kann man hier die fantasievoll gestalteten Schornsteine und Lüftungsschächte aus der Nähe begutachten.
Wer durch Barcelona geht, folgt automatisch den Spuren Antoni Gaudís. Überall trifft man auf sein beeindruckendes Erbe. Gehen Sie auf Entdeckungstour: Selbst Barcelona- und Gaudí-Kenner finden immer wieder neue Details. Mehr Informationen erhalten Sie beim Spanischen Fremdenverkehrsamt unter www.spain.info.

In Barcelona begegnet man auf Schritt und Tritt dem Erbe Gaudís. La Sagrada Familia: Gaudís beeindruckender Sakralbau, der bis heute unvollendet ist. In Serpentinen schlängelt sich die Sitzbank im Park Güell um die Aussichstplattform. Park Güell: Die Fliesenbruchstücke stammten von den nahe gelegenen Keramikfirmen. Der Park Güell ist ein Touristenmagnet: Hier lässt sich die Aussicht über die Stadt genießen und auf Gaudís Spuren wandeln. Das Dach der Casa Batlló ähnelt einem Drachenrücken, die Balkonbrüstungen Schädelknochen. Die farbenfrohe Front der Casa Batlló bei Nacht. Die imposante Fassade der Casa Milá wirkt wie aus Fels gehauen. Barcelona aus einem anderen Blickwinkel: auf dem Dach von La Pedrera. Fantasievoll gestaltete Entlüftungsschornsteine von La Pedrera.
Erstellt am 17.02.2016 Kategorie: Entdecken Der Artikel wurde bereits 2312 mal gelesen
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