HARO Lifestyle Magazin Logo

Login

Passwort vergessen? (schließen)

Renaissance des Baustoffs aus dem Wald

Schriftgröße   

In Deutschland werden immer mehr Häuser aus Holz gebaut. Das ist Ihnen noch gar nicht aufgefallen? Kein Wunder, denn ein Holzhaus muss nicht unbedingt auch sofort als ein solches erkennbar sein. Im Gegenteil: Viele Holzhäuser verstecken ihr Grundgerüst aus dem nachwachsenden natürlichen Baumaterial hinter einer Putz- oder Solarfassade. Im Kern allerdings bestehen auch viele ganz moderne Häuser aus dem ältesten Baumaterial der Welt.

Die meisten Holzhäuser sind sogenannte Fertighäuser. Das heißt, sie werden unabhängig von der Witterung im Werk vorgefertigt und in großen Elementen zur Baustelle transportiert. Dort entsteht dann aus den einzelnen Wandbauteilen in ein bis zwei Tagen ein Haus. Ein Kran transportiert die tonnenschweren Hausteile an ihre Plätze auf dem Keller oder der Bodenplatte, ein Bautrupp setzt sie zusammen. Die Vorfertigung findet in der Regel mit computergesteuerten, hochpräzise arbeitenden Werkzeugen und Maschinen statt. Dadurch können Fertighausunternehmen eine hohe Bauqualität vorweisen. Viele Firmen können diese auch anhand von Zertifikaten nachweisen. Dass Holzfertighäuser im Trend liegen, belegen die Zahlen des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF): Im Jahr 2014 konnte der Holzfertigbau seinen Marktanteil bei den Ein- und Zweifamilienhäusern erstmals auf über 16 Prozent steigern. In Baden-Württemberg ist man nicht mehr weit von der 30-Prozent-Marke entfernt.

Doch warum werden Holzhäuser immer beliebter? Das liegt zum einen am Material selbst. Holz ist äußerst stabil und belastbar bei einem vergleichsweise geringen Eigengewicht. Erdbebensichere Gebäude werden daher häufig aus Holz gebaut. Außerdem produziert die Natur regelmäßig neues Holz: Es wächst nach, vor allem wenn es wie in Europa üblich aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Dabei bindet der Baum Kohlendioxid, was sich positiv auf das Klima auswirkt. Holz ist aufgrund seiner geringen Wärmeleitfähigkeit aber auch ein Material, dass besonders energieeffiziente Konstruktionen ermöglicht, was angesichts der Energiewende und den damit einhergehenden verschärften Bauenergievorschriften ein großer Vorteil ist. Die Fertigbauindustrie gilt nicht zuletzt gerade wegen ihres Baustoffs als besonders innovativ, was Energieeffizienz im Hausbau angeht. Plus-Energie-Häuser, die mehr Energie bereitstellen als ihre Bewohner verbrauchen, sind mit Holzkonstruktionen problemlos umsetzbar. Und was gerade im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz immer wichtiger wird: Ein Holzhaus, das ohne künstliche Fremdstoffe und Folien gebaut wird, kann auch wieder abgerissen und vollständig recycelt werden.

Viele Bewohner eines Holzhauses schwören auch auf das angenehme Raumklima, das Behaglichkeit ausstrahlt. Unbehandeltes Holz hat die Eigenschaft, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen und zeitversetzt wieder abzugeben. Damit trägt der Baustoff zur Regulierung der Raumluftfeuchte bei. Holz ist also ein echter Tausendsassa: wohngesund, ökologisch und hilfreich, wenn es ums Energiesparen geht.

Doch Holzhaus ist nicht gleich Holzhaus. Über die Jahrhunderte hinweg haben sich verschiedene Bauweisen entwickelt. Bei der Holzfachwerkbauweise besteht die Wand aus einem tragenden Holzgerippe. Die Gefache, also die Zwischenräume, füllte man früher mit Ziegeln oder Strohlehm. Das Prinzip ist heute ähnlich, nur dass die Gefache mit effizienter Dämmung gefüllt und beplankt oder verglast werden. Aus dieser Bauweise hat sich allmählich der Holzständerbau entwickelt, bei dem die tragende Konstruktion aus senkrechten Ständern über mehrere Etagen reicht. Waagerechte und schräge Querstreben verbinden die Konstruktion. Für diese Art des Holzbaus ist auch der Begriff der Skelettbauweise geläufig. Der Vorfertigungsgrad ist im Allgemeinen geringer als bei der Holztafelbauweise, mit der das typische Fertighaus gebaut wird. Bei dieser wird die Holzgrundkonstruktion beidseitig mit Holzwerkstoffen oder Gipsplatten beplankt. Dazwischen befindet sich eine hocheffiziente Wärmedämmung. Aus diesen selbsttragenden Tafeln wird schließlich das Haus zusammengesetzt. Das Holzhaus schlechthin ist das Blockhaus. Traditionell besteht es aus dicken Rundbohlen, die aufeinander sitzen und so die Wände des Hauses bilden. Blockhäuser werden aber auch aus Vierkantbalken hergestellt. Auch heute noch gibt es Neubauten, deren Blockwände rein aus massivem Holz bestehen. Allerdings werden diese Wände im Werk extrem dicht und setzungsfrei vorgefertigt, damit die Vorgaben der Energieeinsparverordnung eingehalten werden können.

Auf den ersten Blick nicht als Holzhaus erkennbar: Wie alle Häuser der Firma Regnauer wurde auch dieses mit der holzfasergedämmten „Vitalwand“ gebaut. Klare Linien und dennoch steht das Holz im Vordergrund: ein „Vitalhaus“ von Regnauer, das Ästhetik und Ökologie vereint. Auch der skandinavische Baustil lässt sich mit dem modernen Holzfertigbau detailgetreu umsetzen. Mit dem Plus-Energie-Haus Ambienti+, einem Musterhaus am Firmenstandort Seebruck am Chiemsee, zeigt Regnauer die Zukunft des Wohnens. Traditionelle Bauweise mit modernem Fertigbau kombiniert: Blockhausarchitektur vom Hersteller Fullwood Wohnblockhaus. Auch energieeffiziente Neubau-Blockhäuser können mit massiven Holzwänden gebaut werden. Bestes Beispiel: dieser Fullwood-Bungalow. Holzfachwerkarchitektur mit viel Glas: Der Hersteller HUF HAUS aus dem Westerwald hat sich auf exklusive Holzhäuser spezialisiert. HUF HAUS hat den traditionellen Fachwerkbau für die Anforderungen des 21. Jahrhunderts weiterentwickelt. Jedes HUF-Haus ist ein individuell geplantes Bauprojekt. Die Handschrift des Herstellers: große Glasflächen, die innen und außen verschmelzen lassen. Ebenfalls ein typisches HUF-Haus: diesmal mit grauem Holzfachwerk und Flachdach. Die Holzfachwerkkonstruktion ist auch innen sichtbar und gibt dem Wohnambiente ein ganz besonderes Flair. Puristische Architektur mit Putzfassade, hinter der sich ein wohngesundes Holzhaus von Sonnleitner verbirgt. Das Musterhaus „Functionality“ am Firmensitz von Sonnleitner in Ortenburg ist ein Plus-Energie-Haus, das durch Schiebewände im Innern multifunktional nutzbar ist. Das von Sonnleitner verwendete Fichtenholz stammt aus heimischen Wäldern und wird speziell getrocknet, bevor es verbaut wird. Die selbst entwickelten und patentierten Sonnleitner-Konstruktionen zeichnen sich durch einen hohen Massivholzanteil aus. Hier die Wand „Twinligna“. Die 20 cm starke Fullwood-Vollholzwand besteht aus dreifach verleimter nordischer Kiefer und wird durch Vorfertigung im Werk setzungsfrei.
Erstellt am 14.11.2015 Kategorie: Entdecken Der Artikel wurde bereits 2387 mal gelesen
Noch keine Kommentare   Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Kommentar schreiben
Beitrag teilen
0 10 Beitrag bewerten
Beitrag bewerten 0 10

Cookieicon
Hinweis zur Verwendung von Cookies  Mehr Informationen

Damit wir Ihnen den bestmöglichen Service bieten können, speichern wir die Informationen zu Ihrem Besuch in „Cookies“. Durch die weitere Nutzung unserer Website erklären Sie sich mit der Verwendung eben dieser Cookies einverstanden.

closecookie