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Hereinspaziert ins neue Kinder-Wunderland!

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Kinderzimmer sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit fand man hier viel Pink und Blau, Plüschtiere, Plastikpuppen. Und jetzt? Schwarz-Weiß-Grau und gesichterlose Wesen. Die Kleinen und Großen finden das sogar mal ganz einheitlich: Großartig! Eine Bestandsaufnahme der neuen Kinderreiche…

Der japanische Designer Nendo wurde in den letzten Jahren so gehypt wie wenig andere. Sein schlichtes, hoch ästhetisches Design wurde dabei zu seinem Markenzeichen. Als nun bekannt wurde, dass Nendo für die erste Kartell Kids Kollektion tätig werden sollte, war das Erstaunen groß. Das Ergebnis erntete jedoch Applaus: Eine Art Schaukelpferd nur ohne Pferd ist sein Entwurf „H“. Mit Kufen, Körper und Kopf, aber ohne Details wie Augen oder Ohren. Minimal Design für Kinder, könnte man sagen. Oder: Ein großartiger Startpunkt für die kindliche Fantasie. Denn wer sagt denn, dass ein Schaukelpferd immer ein Pferd sein muss? Oder es nicht den einen Tag das und den anderen Tag das sein kann? Mit „H“ ist das möglich. Der Entwurf reiht sich ein in eine immer größer werdende Schar an Objekten für Kinder, die nicht einer einzigen oder einer klassischen Kategorie zugeordnet werden kann. Dazu gehören Möbelstücke, aber auch Objekte wie die „Pigmée“ Puppe von Bodie & Fou. Puppe — oder ist es ein Hase? Ein Gespenst? Die Erfahrung zeigt: Das sind alles Fragen, die sich Erwachsene stellen. Ein Kind fragt nicht lange, es spielt lieber.

Kinderzimmer sind jetzt auf Farbdiät
Ob Spielzeug, Möbel oder sogar Architektur: Sobald etwas „für Kinder“ ist, war es bis vor kurzem Bunt. Seit einiger Zeit haben sich nun neue Farben in die Kinderwelt geschlichen: Grau, Weiß und Schwarz. Schwarz? Ja, richtig gehört! So verpönt das einst war, jetzt darf sogar mal eine Kinderzimmerwand dunkel gestrichen werden. Übersüßte Zuckerwatten-Farbtöne oder mit dem letzten Cartoon-Kinofilm-Held versehene Mustertapeten werden immer seltener. Wie an all den anderen Wänden im Haus, findet man auch bei den Kindern immer häufiger Grau, Beige, Greige — gedeckte, pudrige Nuancen. Aber Farbe kommt hier ja auch ganz von selbst hinzu, in Form von Spielzeugautos, Büchern, Puppen, Stofftieren, Puzzles. Jedes neutrale Teil bringt da etwas Ruhe rein und tut Eltern und Kindern so gut. Plus: Je neutraler die Wände und die großen Möbel wie Schrank und Bett gehalten sind, desto farbenfroher können die Accessoires dann auch sein.

Das Einrichtungs-Credo: Simpel aber nachhaltig gut
Jetzt könnte man ja meinen, dass ein weißer, leerer Raum dann der ultimative Abenteuer-Spielplatz für Kinder sei. Dem ist natürlich nicht so. Etwas “Baumaterial“ muss man Kindern schon geben, damit sie daraus Traumschlösser bauen können. Viel brauchen sie dafür allerdings nicht: Multifunktionale Möbel, die zum Spielen
Taugen, wie Sitzwürfel, Kisten und Klappmatratzen sind ideal. Denn daraus kann man Türme bauen, Höhlen oder Verkaufsstände. Auch die Objekte der Magis Me Too-Kollektion sind so designt, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes Spielraum geben. Da wird die simple Aufbewahrungsbox auch schnell mal zum Piratenboot. Oder der niedliche Hund zum Hocker. Jedes Kinderreich braucht aber vor allem viele Decken, Kissen und Teppiche. Denn mit Ihnen schaffen sich Kinder Inseln im Zimmer, auf denen man auch als Elternteil gut einmal stranden kann zum Lesen oder Spielen.

Manege frei für die Bodentruppe!
Kinder sind Bodenmenschen. Es gibt nichts, das sie nicht gerne auf dem Boden machen würden oder könnten. Zu hart? Das geht den kleinen Yogis eigentlich nie so. Hat man einen natürlichen Holzboden, ist das auch kein Problem. Wenn man sich auf ihm ausstreckt, fühlt er sich hautwarm an. Beinahe so anschmiegsam wie ein Teppich — nur dass man so einen Holzboden einfach und gründlich reinigen kann. Im Zuge des allgegenwärtigen 70ies-Trend, hält auch im Kinderzimmer ein Bodenbelag wieder Einzug: Kork. Dort punktet er vor allem damit, dass er fußwarm und elastisch ist. Ideal, wenn das Kinderzimmer wieder einmal zur Zirkusmanege umfunktioniert wird und barfuß und laut schreiend eine Artistik-Nummer einstudiert wird. Apropos lautstark: Ein Korkfußboden ist schalldämpfend. Das empfinden direkte Nachbarn oder Papa im Zimmer nebenan auch als eine sehr positive Eigenschaft… Wer den typischen Kork-Look nicht mag, aber dessen Qualitäten, setzt auf Korkböden in Holzoptik. Eine gute Alternative sind strapazierfähige Designböden – sofern sie ohne PVC, Weichmacher und Schwermetalle auskommen.

Mini-Me-Möbel — oder: Bonbons fürs Auge
Man könnte denken, dass Mini-Möbel wie kleine Stühle oder Tische eine Erfindung von Erwachsenen sind, die ihre Welt etwas verniedlichen wollen. Aber Kinder finden es einfach großartig, wenn sie Dinge nur für sich allein haben. Und der zwei Meter große Papa passt bestimmt nicht auf den puppigen Loungesessel oder winzigen Stuhl. Vielleicht strahlen Kinder deshalb so erhaben, wenn sie darauf Platz nehmen. Außerdem ist es ja so: Neben dem Kinderzimmer, erobern sich die Kleinen immer noch mindestens eine andere Ecke im Haus, die sie ihr Eigen nennen können. Meist ist das im Wohnzimmer oder in der Küche — dicht dran am Geschehen der Großen. Und eben mittendrin im Zuhause. Die Ansprüche an die Kinder-Möbelstücke die hier stehen, sind zu Recht also dieselben, wie an alle anderen. Wie gut, dass immer mehr Möbelfirmen ihre Designstücke in einer Mini-Variante herausbringen. Die berühmten „Freischwinger“ von Thonet und Vitra gibt es zum Beispiel in der kleinen Kinderversion. Aber auch den „Eiermann“ Schreibtisch, den „Acapulco Chair“ oder den „Togo“ Sessel von Ligne Roset, die in ihrer normalen Version schon längst Ikonen sind. Natürlich interessiert das den Nachwuchs nicht. Ist vielleicht ja auch gut so. Später können wir dann einmal mit ihnen diskutieren, ob sie so etwas wie Ästhetik und den Sinn für Design nun schon im Kleinkindalter aufgeschnappt haben oder erst auf ihrem weiteren Weg.

 

Ein Artikel von Janina Temmen

 

 

Das Indianergeheul darf in diesem Kinderzimmer gerne extralaut sein: Denn der Korkfußboden „Toledo“ schluckt es. Hier ist die Harmonie zuhause: Tipi mit Kissen, Boxen, Leuchte und Hocker der Bloomingville „Mini“-Kollektion Spring / Summer 2016. Der Retro-Trend hat mit dem Korkfußboden „Arcos“ das Kinderzimmer erfasst. Kay Bojesens’ Kinder-Set aus Melamin trägt anstelle von bunten Bauernhof-Bilder lieber Buchstaben und Zahlen zum spielerischen Lernen. Da passt fast das ganze Kinderzimmer rein: Die Aufbewahrungstruhe „El Baúl“ ist fast einen Meter lang. Das Schaukelpferd „Rocky“ des Designers Marc Newson ist noch klar als Pferd zu erkennen. Neuere Schaukelpferd-Entwürfe sind das kaum noch. So bettet sich die „moderne Prinzessin auf der Erbse“… Das Tipi und die großen Bodenkissen sind allesamt aus Leinenstoffen. Ein Stuhl? Ein Hocker? Ein Kuscheltier? Den „Petstool Daisy“ von Hanna Ernsting kann man am besten „neuer Mitbewohner“ nennen. Gutes Möbeldesign für Kinder ist nie einseitig. Die „Famille Garage“ des Designers Alexander Seifried gleicht einem Baukasten für das Kinderzimmer. Kleine Ritter reiten lieber auf einer Tonne wie „Rocker“, statt auf einem gewöhnlichen Schaukelpferd… Kinder lieben Mikado spielen. Vielleicht geht aufräumen mit der „Sticks Mini“-Garderobe dann bald einfacher… Wenn ich groß bin, werde ich eine Ikone: Der „S 43 K“ ist die Kids-Version des berühmten Stahlrohr-Freischwingers.
Erstellt am 08.06.2016 Kategorie: Einblicke Der Artikel wurde bereits 2835 mal gelesen
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