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Genuss beginnt in der Küche — die Trends und das neueste Küchengeflüster rund um die Kochinsel!

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Gekocht wird längst nicht mehr hinter verschlossenen Türen, sondern mittendrin im Leben: Küche und Wohnzimmer gehen in fast allen Häusern und auch Wohnungen fließend ineinander über. Anderswo sprengen Küchenfeen die Wohnraum-Grenzen, indem sie die Küche so gemütlich gestalten, wie eine Sofaecke: Mit Kunst an den Wänden, Regalen voll mit Kochbüchern, Malecken für die Kinder… Im Sommer wird eh draußen gegrillt und gegessen und die Küche unter freien Himmel verlagert. Jetzt wo die kuschelige Jahreszeit beginnt und Keksebacken, Weihnachtsgans-Menüs und Fondue-Abende mit Freunden auf dem Programm stehen, lohnt es sich doppelt, ein Auge auf die neuen Küchentrends zu werfen. Denn die haben nicht nur große Umbauten im Sinn, sondern bringen auch kleine, feine Gestaltungsideen mit.

1. Cheers, auf die Hausbar!
Don Draper aus der TV-Kultserie „Mad Men“ war “Schuld“, dass die Hausbar ein Revival erlebte. Die Serie ist längst abgedreht, der Trend ist geblieben. Im Gepäck hatte er schicke Gläser, Gin und Whiskey-Spezialitäten von ambitionierten Newcomer-Labels (wie Monkey 47 und Slyrs) und vor allem: Wunderschöne Wohnideen, wie man eine Hausbar einrichten kann. Zum Beispiel mit samtbezogenen Cocktailsesseln und modernen Barwägen (die schönsten haben Gubi und Fermob). Die italienische Stardesignerin Patricia Urquiola findet allerdings, dass die Hausbar dahin gehört, wo das Herz des Hauses liegt: In die Küche. Darum hat sie an die Küche „Code“ vom Hersteller Boffi eine sanft gerundete Theke angedockt — an der man lässig stehend einen Aperitivo nehmen kann oder auch gleich die ganze Mahlzeit. Eine Idee, die man nachmachen sollte. Salute!

2. Gold, gülden, Messing
Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Deko-Megatrend „Gold & Messing“ ins Küchendesign überschwappen würde. Da ist er! Und verdrängt prompt die traditionellen, verchromten Armaturen mit ihrem Silber-Look von ihrem Stammplatz. So gibt es Wasserhähne für die Küche jetzt auch in goldenen Finishes. Bei Dornbracht sieht man auch welche im Trendmaterial Messing („Tara Ultra“). Vor allem schlichten Küchen verleihen solche Armaturen ein zeitgeistiges Upgrade.

3. Fliesen: der neue Wandschmuck
Ursprünglich sind Fliesen als Bodenbelag erdacht. Das hindert sie gar nicht daran, jetzt auch neue Terrains zu erobern: Die Wand hinter der Küchentheke zum Beispiel. Dort dienten bis vor kurzem vorrangig Aluminium- oder Glasverkleidungen als Spritzschutz, nur selten fand man hier Fliesen. Dabei sind sie dafür einfach top qualifiziert: Widerstandfähig und leicht zu reinigen — und dabei extrem dekorativ. Wie zum Beispiel auch die farbfröhlichen, musterintensiven Fliesen von Made a Mano.

4. Smarte Technik in edlem Gewand
Kein Tag ohne eine Technikneuerung — daran haben wir uns schon gewöhnt. Das Roboter für uns kochen und abwaschen liegt trotzdem noch in weiter Ferne (zumindest hinter dem heimischen Herd). Gerade unter ambitionierten Hobby-Köchen haben sich Technikneuerungen wie Dampfgarer, Temperatursensoren oder Frischekühlfächer aber etabliert. Viele dieser technischen Raffinessen sind jetzt allerdings gar nicht auf schnelle Komplimente aus, sondern halten sich dezent im Hintergrund. Darunter auch die neuen „Undertop“-Kochfelder (u.a. bei Boffi). Sie verschwinden unter der Arbeitsfläche (— allerdings geht das bisher nur unter Keramik-Flächen) und sind nur durch ein minimales Kreuz ausfindig zu machen. Vor allem in loftartigen Wohnungen, wo die Küche immer im Blickfeld ist, eine willkommene, ästhetische Neuerung.

5. Black Beauty
Wenn die Küche sich ganz in Schwarz kleidet, dann ist das kein Grund zur Traurigkeit — sondern ein mutiger Schritt hin zum aktuellen Küchentrend. Denn der hebt den so beliebten „Farbton“ auf den Gestaltungs-Olymp und lässt ihn Überhand nehmen. Soll heißen: Die Küchenschränke und -Fronten sind jetzt mit Vorliebe in Schwarz, aber auch die technischen Geräte, Armaturen, Waschbecken… Dazu noch Wände, Decken, Leuchten in der Nachtfarbe und schon hat man eine urgemütliche Kochhöhle, von der die Steinzeitmenschen noch träumten. Noch nicht überzeugt? Auch die britische Interior-Designerin Abigail Ahern schwört auf den ganzheitlichen Farbeinsatz von dunklen Tönen: „Sie entfalten ihre besänftigende Wirkung vor allem dann, wenn auch die Raumdecken damit getüncht werden“ verrät Ahern in ihrem Buch „Decorating with Style“ (Quadrille Publishing) und lebt und kocht in ebensolcher Raumgestaltung.

6. Hauptsache, es glänzt
Edelstahl-Küchen sind nicht neu — in Restaurants haben sie einen Stammplatz. Schließlich ist kaum ein Material so hygienisch und unverwüstlich. Im Privaten werden sie nun auch immer häufiger gesichtet: Mal sind sie wie futuristische Kücheninseln inszeniert, zum Beispiel auf Betonböden stehend und mit minimaler Formensprache. Kombiniert mit einem natürlichen Parkettboden bekommt Edelstahl oder Aluminium eine sanftere Anmutung. Der Material-Gegensatz lässt sich übrigens wunderbar bis ins Detail durchspielen: Zum Beispiel, wenn auch die Innenausstattung der Küchenschränke aus Aluminium ist und dann große Holzbretter und hölzerne Kochlöffel auf den Schränken platziert werden… Sie sind kein Fan von dem anthrazit-silberfarbenen-Glanz von Edelstahl und Aluminium? Dann gibt es noch eine gute Neuigkeit: Bronze findet seinen Weg in die Küchengestaltung! Als edle Finishes zum Beispiel schon bei den „Pure“-Küchen von Siematic oder den Küchen von Reform Design.

7. Marmor, Stein und…
Marmor war in der Designwelt so gut wie untergegangen. Nun hat der Edelstein sein Comeback: Kleine Accessoires sind mit Vorliebe aus Carrara-Marmor gefertigt, Leuchtenfüße — und sogar ganze Küchenzeilen (zum Beispiel von Piet Boon). Vor allem aber Küchenarbeitsplatten sind nun immer häufiger aus dem spannend gemaserten Stein. Weil er aber nicht der widerstandsfähigste unter Seinesgleichen ist, kommen auch andere Hartgesteine und Naturstein-Alternativen wie Composite oder Dekton vermehrt zum Einsatz. Hauptsache, sie sind so stark gemasert wie ihr großes Vorbild. Denn es geht diesem neuen Trend jetzt um die Oberflächen: Die sollen entzücken und jedes Kunstgemälde neidisch machen.

8. Holz erobert den Küchenboden
Seit die Wände zwischen Küche und Wohnzimmer weggefallen sind, ist der wohnliche Charakter einer Küche wichtiger denn je. So stehen alle Einrichtungsgegenstände einer Küche ständig im Spagat zwischen Gemütlichkeit und Funktionalität, egal ob Kochinsel oder Wasserkocher. Allerdings nicht, was das Thema Bodengestaltung angeht: Denn entgegen häufiger Meinung kann ein Parkettboden problemlos in der Küche verlegt werden und ist dabei auch noch unschlagbar behaglich. Wer es noch pflegeleichter mag, nimmt einen Designboden im Holzlook. Diese gibt es mittlerweile sogar ohne Weichmacher und in wasserfester Ausführung (zum Beispiel DISANO Classic Aqua). So kann selbst dort, wo Bolognese-Partys geschmissen werden und Burger-Brat-Wettbewerbe steigen, ein moderner Bodenbelag seinen wohnlichen Charme versprühen.

9. Es grünt so grün
Der Zimmerpflanzen-Trend macht auch nicht vor der Küche halt und so nimmt diese hier und dort fasst Gewächshaus-Züge an: Da werden Kräuter gezüchtet und Winter-Spinat. Auch Radieschen und Kresse lieben die milden Temperaturen rund um den heimischen Herd. In schicken Anzuchtstationen (zum Beispiel von Ikea oder Designhouse Stockholm) machen sie gleich mehr her. Und geben den Gerichten das gewisse Etwas.

Ein Artikel von Janina Temmen

 

Erstellt am 11.10.2016 Kategorie: Einblicke, Entdecken Der Artikel wurde bereits 4382 mal gelesen
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