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Dem Nervenkitzel auf der Spur: vom „Death Valley“ auf den James-Bond-Berg

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Das Lauterbrunnental im schweizerischen Kanton Bern ist weltberühmt. Nicht nur aufgrund seiner unvergleichlichen Naturkulisse aus Steilwänden, Wasserfällen und dem markanten Panoramablick auf das Hochgebirgs-Dreigestirn Eiger (3.970 Meter), Mönch (4.099 Meter) und Jungfrau (4.158 Meter).

Seit ein paar Jahren gilt es auch als Eldorado für eine der gefährlichsten Sportarten überhaupt: dem Base-Jumping. Täglich stürzen sich die Base-Jumper von den senkrechten Felsen ins enge Tal – manche mehrmals am Tag. Da dabei immer wieder auch einige der Extremsportler sterben, hat das Tal in der Szene den makabren Spitznamen „Death Valley“ bekommen. Und schon vor Jahrzehnten diente es als Set für einen James-Bond-Film. „Nichts wie hin!“, dachte sich unsere Autorin und machte sich mit dem Wohnmobil auf den Weg in die Schweiz, um die außergewöhnliche Gegend zu erkunden.

Ankunft in Lauterbrunnen
Bei strahlendem Sonnenschein kommen wir am späten Nachmittag im Tal an. Unsere kleine Wohnung auf Rädern schlängelt sich durch die engen Straßen von Lauterbrunnen bis zum Campingplatz „Camping Jungfrau“, dem Ausgangsort für die Erkundung der über uns aufragenden Bergwelt. Mit Blick auf mehrere Wasserfälle, die von den steilen Felswänden rund um Lauterbrunnen hinabstürzen, und direkt neben einem rauschenden Bach stellen wir das Wohnmobil ab. Das Geplätscher des Wassers ringsum wiegt selbst aufgeregte Gemüter in den Schlaf, sodass wir am nächsten Morgen ausgeruht in eine Tagestour der Extraklasse starten können.

Nicht nur Wassermassen stürzen sich unentwegt ins Lauterbrunnental, sondern auch die Base-Jumper und Paraglider. Die Geschichten, die man sich über das „Death Valley“ erzählt, sind wahr: Den ganzen Tag über sieht man Menschen an Fallschirmen herabgleiten. Denn hier können die Sportler ihre Leidenschaft ganz legal ausüben. Die Region ist ideal für die Springer, die den Nervenkitzel suchen: bis zu 800 Meter steile Bergwände, flache Landewiesen und eine mit Seil- und Eisenbahn gut erschlossene Gegend. Man erzählt sich aber auch, es gäbe keinen Bauern im Tal, der nicht schon einmal einen toten Springer auf einer seiner Wiesen oder einem Feld gefunden hätte. Das ist die traurige Kehrseite der Medaille.

Wir wollen uns nicht todesmutig in die Tiefe stürzen, sondern das außergewöhnliche Bergpanorama der drei Gletscher-Riesen Eiger, Mönch und Jungfrau genießen. Dazu geht es auf das Schilthorn, den mit 2.970 Metern höchsten Berg der Berner Voralpen. Unter James-Bond-Fans ist der Berg besser bekannt unter dem Namen „Piz Gloria“, und inzwischen werden beide Namen parallel benutzt.

Vom Tal hinauf aufs Schilthorn
Los geht unsere Tour mit einem kurzen Fußweg zur Seilbahn von Lauterbrunnen, die uns hinaufbringt zur Bergstation Grütschalp. Eine Gruppe Japaner fährt mit in der Gondel. Klar, die Gegend steht auf der Urlauberhitliste recht weit oben und ist daher touristisch auch sehr erschlossen. Wir wollen uns aber eher abseits des Massentourismus bewegen und entscheiden uns daher, die vier Kilometer von Grütschalp nach Mürren zu wandern anstatt mit der schnuckeligen „Zuckelbahn“ weiterzufahren. Die Japaner und der komplette Rest der Gondelbesatzung fahren Zug. Jetzt sind wir allein.

Nachdem wir uns an dem fantastischen Blick auf die Eiger-Nordwand und die beiden daneben stehenden Bergriesen erfreut haben, machen wir uns auf den Weg über die Gleise der Bahnstrecke den Wanderweg entlang. Dieser führt leicht bergauf, zur Linken stets das eindrucksvolle Bergpanorama. Nach gut einer Stunde Fußweg gelangt man nach Mürren, einem Bergdorf mit alten Holzhäusern, das die Beschreibung malerisch wirklich verdient hat. Hier steigen wir wieder in eine Seilbahn ein, die uns zur Zwischenstation Birg hinaufbringt. Dort wechseln wir noch einmal die Gondel, denn wir wollen schließlich noch weiter nach oben auf den Gipfel des Schilthorn, zum „Piz Gloria“.

Wie das Schilthorn zum „Piz Gloria“ wurde
Seinen Beinamen erhielt das Schilthorn durch den James-Bond-Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ von 1969, der zum Großteil auf einem Berg namens Piz Gloria spielt. Auf dem Gipfel befindet sich ein Forschungsinstitut von Bösewicht Blofeld. Der Film wurde damals von vielen Kritikern verrissen, unter anderem wohl auch weil es der erste „Bond“-Movie ohne „Ur-007“ Sean Connery war. Der Australier George Lazenby konnte nicht in die großen Fußstapfen seines Vorgängers treten und spielte den Superagenten daher auch nur ein einziges Mal. Fans behaupten heute jedoch, der Film sei besser als sein Ruf.

Doch egal, was man von dem Film hält, die Kulisse, in der er spielt, ist überwältigend. Die Produzenten waren jahrelang auf der Suche nach dem idealen Drehort für das Blofeld-Hauptquartier und fanden ihn in einem sich damals im Bau befindlichen Restaurant auf dem Schilthorn. Weil den Erbauern das Geld ausgegangen war, finanzierten die Filmproduzenten kurzerhand den weiteren Bau. Die Geschichte des ersten 360°-Gipfel-Drehrestaurants ist also eng mit der 007-Reihe verbunden.

Seit Juni 2013 gibt es daher auch die Ausstellung „Bond World 007“ im „Piz Gloria“. Hier können die Besucher in einem Hubschrauber virtuell über das Lauterbrunnental und die umliegenden Berge fliegen oder die halsbrecherische Bobfahrt des Films nachstellen. Die verschiedenen Stationen sind spaßig und ganz nebenbei erfährt man auch noch eine Menge über die Dreharbeiten.

Die Trümmelbachfälle
Nach einer Stärkung im Gipfelrestaurant – hier ist die Schweiz richtig teuer – geht es mit der Seilbahn über vier Stationen hinunter zur Talstation in Stechelberg. Als wir aus der Gondel steigen, landen gerade ein paar Fallschirmspringer vor unseren Augen. Willkommen zurück im „Death Valley“! Mit dem Bus fahren wir nun ein paar wenige Stationen in Richtung Lauterbrunnen bis zu den Trümmelbachfällen, die uns von Einheimischen am Tag vorher als sehenswertes Naturschauspiel empfohlen worden sind. Und sie haben nicht übertrieben: Die Besichtigung der zehn Gletscher-Wasserfälle im Berginnern ist ein gelungener Abschluss des Tages im Lauterbrunnental.

Ein Tunnel-Lift bringt die Besucher in den Berg. Den weiteren Weg müssen sie über Treppen im Halbdunkel selbst bewältigen. Der Trümmelbach entwässert allein die Gletscher von Eiger, Mönch und Jungfrau. Dementsprechend viel Wasser führen die Fälle: bis zu 20.000 Liter pro Sekunde. Überwältigend! Erschöpft, aber voller neuer Eindrücke wandern wir das letzte Stück zurück zum Ausgangsort, dem Campingplatz in Lauterbrunnen.

Lauterbrunnen an einem sonnigen Tag „Camping Jungfrau“: umgeben von malerischer Alpenkulisse Der Blick vom Campingplatz auf das Breithorn Einer von 72 Wasserfällen im Lauterbrunnental Im Fallschirmsprung-Mekka angekommen Manche Base-Jumper springen mehrmals täglich von den Steilwänden ab. Blick aus der Gondel auf Lauterbrunnen Überwältigendes Alpenpanorama: Eiger, Mönch und Jungfrau Die berühmte Eiger-Nordwand Von Grütschalp nach Mürren fährt ein nostalgisch anmutendes Bähnchen. Der Wanderweg führt teilweise neben den Schmalspurgleisen entlang. Die Schweiz, wie man sie kennt Mürren – ein autofreies, malerisch gelegenes Bergdorf Das letzte Stück mit der Seilbahn hinauf zum „Piz Gloria“ Das 360°-Drehrestaurant von der Aussichts-Plattform aus gesehen Blick vom Schilthorngipfel auf Eiger, Mönch und Jungfrau Im Drehrestaurant steht alles unter dem Motto James Bond. George Lazenby: leider der blasseste Bond aller Zeiten In der „Bond World 007“ lernt man die Welt des Superagenten kennen. Willkommen zurück im Fallschirmsprung-Eldorado! Einer von zehn Gletscherwasserfällen des Trümmelbachs Bis zu 20.000 Liter Wasser pro Sekunde führen die Trümmelbachfälle. Das Lauterbrunnental: eine Reise wert
Erstellt am 19.09.2015 Kategorie: Entdecken, Erleben Der Artikel wurde bereits 1759 mal gelesen
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