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Gefragt: Die Natur aufstreichen

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Warum viele Berliner auf Lehmfarben bei der Wandgestaltung setzen.
Berlin – Sie gehört zu den gefragtesten Experten in Berlin, wenn es um wohngesundes Bauen und Renovieren geht: Elke Wulf, Inhaberin des ökologischen Baustoffhandels „Natur am Bau“ in der neuen Mitte der Hauptstadt, vertraut in Sachen Wandgestaltung seit vielen Jahren auf den Baustoff Lehm. Im Interview erklärt sie, wann eine Öko-Farbe auch wirklich ökologisch ist, welche Farbtrends die Zukunft bereithält – und natürlich auch, wie ihre eigene Lieblingsfarbe aussieht.

Frau Wulf, interessiert sich die Stadtbevölkerung in Berlin überhaupt für das Thema ökologisches und gesundes Wohnen?
Natürlich. Gesundes Wohnen geht heute alle Menschen an – egal, in welcher Region sie wohnen, ob in der Stadt oder auf dem Land. In Berlin ist das Interesse sogar besonders groß. Hier leben viele junge Leute, die sich mit ökologischen Fragen beschäftigen – auch im Umfeld der Universitäten.

Wie sieht Ihre typische Berliner Klientel aus?
Meine Kunden gehören in der Regel zur Mittelschicht. Es sind oft junge Familien, bei denen beide Elternteile berufstätig sind. Nach einem anstrengenden Arbeitstag suchen sie in ihren eigenen vier Wänden Erholung. Die Eltern wünschen sich für ihre Kinder außerdem ein gesundes Wohnumfeld und eine reine Raumluft, die keine Allergien auslöst. Natürliche Baustoffe sind sehr gefragt – nicht nur, weil sie gesund sind, sondern auch als Ausgleich zu einem städtischen Leben, das hektisch und laut ist, wenig Grünflächen für Naturerlebnisse bietet. Die fehlende Natur in einer Großstadt wie Berlin wird oft über Baumaterialien, Möbel oder Wandanstriche ins Haus geholt.

Apropos Wandfarbe: Wann können wir wirklich von einer Biofarbe sprechen?
Grundsätzlich müssen wir uns immer folgende fünf Fragen stellen: Wo kommen die Rohstoffe her? Wie werden sie gewonnen? Wie wirkt sich die Verarbeitung aus – etwa auf den Handwerker? Wie beeinflusst die Farbe auf der Wand das Raumklima? Was geschieht, wenn sie wieder abgeschliffen wird? Wenn ich alle fünf Fragen positiv beantworten kann, das heißt: Ich stelle keine Belastungen für Rohstoffgewinner, Hersteller, Verarbeiter oder Bewohner fest, sprechen wir von einem ökologischen Produkt.

Außerdem punkten Farben auf der Basis von Lehm mit vielen weiteren Vorzügen: Der älteste Baustoff der Welt ist atmungsaktiv, gewährleistet einen hohen Feuchtigkeitsausgleich und kann sogar unangenehme Gerüche absorbieren, weshalb viele unserer Kunden Lehmfarben auch in Feuchträumen wie dem Bad und in der Küche einsetzen.

Trotzdem hängt Naturfarben immer noch der Ruf nach, sie gäbe es vor allem in zurückhaltenden und langweiligen Beigetönen. Wie kommt die Naturfarbe aus der Ökonische heraus?
Durch Farbvielfalt. Bei den Volvox Lehmfarben zum Beispiel gibt es schließlich über 150 Farbtöne. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei – selbst für außergewöhnliche Vorlieben oder extravagante Wünsche. Der Gestaltungsfreiheit werden kaum Grenzen gesetzt.

Trauen sich die Kunden denn auch einmal einen Wandanstrich in knalligem Ozeanblau oder Feuerrot?
Immer häufiger. Ich stelle derzeit sogar fest: Verrückt sein ist angesagt. Viele meiner Kunden wünschen den etwas anderen Anstrich, wollen, dass sich ihre Räume bewusst optisch von der Masse abgrenzen. Sogar die Nichtfarbe Schwarz ist derzeit eine Option. Übrigens mit Recht: Kombiniert mit abgesetzten weißen Türen und Fenstern sieht Schwarz klasse aus. Kürzlich hat sich eine Familie, die sich auf keine Farbe im Wohnzimmer einigen konnte, für eine solche Wandgestaltung entschieden. Alle sind happy mit dem Ergebnis. Aufgrund der Rohstoffe ist das Schwarz von Volvox, das aus Asche besteht, ein natürlich wirkender Ton. Er kommt nicht hart oder duster rüber, sondern weich. Als warmen Kontrast habe ich der Familie, die Wert auf natürliche Baustoffe legt, einen naturgeölten Parkettboden der Firma HARO empfohlen. Entschieden haben sie sich letztendlich für eine Landhausdiele in der Holzart Bernsteineiche. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Die neuen Farbtrends werden von Trendbüros aus Paris, New York und Australien entwickelt. Diese legen fest, was wir in drei, vier Jahren schön finden sollen. Funktioniert dieser Verkaufsanreiz für den Bau- und Einrichtungsbereich wirklich immer?
Ja und nein. Natürlich ist es reizvoll, neue Trends aufzunehmen. Das Auge möchte schließlich nicht gelangweilt werden. Ich kreiere außerdem auf der Basis von natürlichen Inhaltsstoffen die aktuellen Modefarben nach. Doch es gibt Grenzen, an die ich stoße.

Zum Beispiel?
Für Gold- oder Neontöne gibt es keine natürlichen Pigmente. Eine Alternative sind hier Knallfarben wie zum Beispiel Corn oder Puerto – hier sind Kristallpigmente enthalten.

Verraten Sie uns die neuen Farbtrends für 2014/2015?
Die wichtigsten Entwicklungen: Grün feiert eine Renaissance – auch als richtiges sattes Waldgrün. Ebenfalls angesagt: noch klarere Blautöne, aber auch Senfgoldtöne. Es wird spannend. Im Bereich Bodenbeläge sind nach wie vor Holzböden im Trend und ganz stark im Kommen: PVC- und weichmacherfreie Designböden in Holzoptik, diese sind sehr strapazierfähig und vermitteln dennoch das Flair von Holz. Dazu die neuen Farben: Ein Traum!

Vielen Dank für das Gespräch

 

Erstellt am 12.06.2013 Kategorie: Entdecken Der Artikel wurde bereits 2035 mal gelesen
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