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Die Magie des Mondholzes

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Am 27. Juli können wir die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts bestaunen – ein spektakuläres Ereignis. Was uns zur Frage verleitet: Wie mächtig ist eigentlich der Mond? Und ist Mondholz tatsächlich das bessere Holz?

Am 27. Juli ist es soweit: Dann können wir die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts bestaunen. Der Mond wandert komplett in den Kernschatten der Erde. Weil aber nicht alles Licht der Sonne von der Erde abgeschirmt wird, erscheint er als rötliche Scheibe am Nachthimmel – als spektakulärer „Blutmond“. Einige Astrologen warnen, das könne Unheil bedeuten, aber dem muss man keinen Glauben schenken. Trotzdem ist ein solches Ereignis am Himmel, das viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, natürlich der Anlass, sich dem Mond zuzuwenden – und die Frage zu stellen: Wie mächtig ist er eigentlich?

Dass der Mond Macht hat, steht außer Zweifel. Schließlich sorgt er dafür, dass der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser in der bretonischen Bucht von Mont-Saint-Michel bis zu 16 Metern betragen kann und sich das Wasser bei Ebbe um bis zu 7 Kilometer von der Küste zurückzieht. Aber beeinflusst der Mond auch, ob wir gut oder nicht so gut schlafen, in einer Nacht mehr oder weniger Kinder zur Welt kommen, die Zahl der Verbrechen variiert und der Haarschnitt beim Friseur gelingt oder nicht? All das wird vom Volksglauben tatsächlich dem Einfluss des Mondes zugesprochen. Und es mögen persönliche Erfahrungen sein, die diesen Glauben immer wieder bestätigen (wir wollen freilich nicht verschweigen, dass die Wissenschaft dem Volksglauben regelmäßig widerspricht).

Aber kümmern wir uns also um ein Thema, das in einem Wohn-Blog seinen natürlichen Platz hat: das Mondholz. Das ist das Holz von Bäumen, die um Weihnachten herum oder Anfang März kurz vor Neumond geschlagen werden. Wann der beste Termin dafür gekommen ist, sagt den Holzfällern der forstliche Mondkalender (ja, den gibt’s tatsächlich). Der Grund dafür: Das Holz, das bei abnehmendem Mond geerntet wird, enthalte mehr Wasser, sagen Forstwirte, ziehe sich bei der Trocknung deswegen mehr zusammen, werde dadurch dichter, schwindärmer, druckfester und widerstandsfähiger gegen Witterung und Schädlingsbefall von Pilzen und Insekten. Der Unterschied, ergab eine Studie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich, liege bei 5 bis 7 Prozent, die das Mondholz dichter sei als zu anderen Zeitpunkten geschlagenes Holz.

Forstwirtschaftler von der Technischen Universität Dresden halten dagegen – und sparen nicht mit deftiger Kritik an „mondgläubigen Holzfreunden“. Die Zürcher Studie bewerte eine zu kleine Stichprobe und sei nicht verallgemeinerbar. Die Dresdner kritisieren eine „mythifizierende Erinnerungskultur“ und den Aufpreis von 20 Prozent, der für das Mondholz im Vergleich zu „Nicht-Mondholz“ berechnet werde. „Mondpreise für Mondholz“ titelte daraufhin der Spiegel. Die Werbung, so die Forstwirtschaftler, wecke Wünsche, die der tatsächlich verbaute Dachbalken nicht halten könne, und das schade dem Ansehen des Baustoffs Holz im Allgemeinen.

Wir werden diese Debatte hier nicht entscheiden können, möchten aber darauf verweisen, wofür der Wissenschaft häufig der Sinn fehlt: das Wohl-Gefühl. Wie auch beim Zirbenholz spielt Wohlbefinden und Wohlgefühl sehr stark im Unterbewusstsein oder auch in der Vorstellungskraft statt. Wir wollen es nicht gleich Placebo nennen, aber letztendlich ist nur entscheidend, ob sich die Bewohner wohl fühlen. Auf alle Fälle bietet der Mond immer viel Spielraum zum Träumen, Staunen oder eben zum Diskutieren. Wohl auch wieder anlässlich des Blutmondes am 27. Juli 2018.

Erstellt am 25.07.2018 Kategorie: Entdecken Der Artikel wurde bereits 563 mal gelesen
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