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Museum Brandhorst: 36.000 Keramikstäbe und eine ganz besondere Kunst-Sammlung

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Das markante Gebäude des Berliner Architekturbüros Sauerbruch Hutton sticht mit seiner Fassade, die mit 36.000 Keramikstäben in 23 verschiedenen Farben verkleidet ist, hervor und ist damit zu einem echten Blickfang in der lebendigen, von Museen, Universitäten und Galerien geprägten Maxvorstadt geworden.

 

Das Museum Brandhorst in der Theresienstraße in München wurde 2009 in direkter Nachbarschaft der Pinakotheken eröffnet und ergänzt das Kunstareal München mit einer beeindruckenden Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst. Die Pinakothek der Moderne und das Museum Brandhorst ermöglichen eine lebendige Auseinandersetzung mit unterschiedlichen künstlerischen Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts.

 

Anette (†1999) und Udo Brandhorst haben seit den siebziger Jahren über 1000 Werke von wegweisenden Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts gesammelt, in erster Linie Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen. In letzter Zeit kamen Fotografien sowie Medienarbeiten und Installationen hinzu. Während zunächst Künstler der klassischen Avantgarde (Kasimir Malewitsch, Kurt Schwitters, Pablo Picasso) und der europäischen Nachkriegsmoderne (Joseph Beuys, Palermo, Sigmar Polke, Jannis Kounellis, Mario Merz) im Mittelpunkt standen, richtete sich ihr Interesse im Lauf der Jahre immer mehr auf Kunst aus den Vereinigten Staaten: John Chamberlain, Dan Flavin, Bruce Nauman, Richard Tuttle, Walter De Maria u. a. sind mit wichtigen Werken vertreten.

 

Mit weit über 100 Arbeiten von Andy Warhol (1928–1987) ist der Bestand des bekanntesten Pop Art-Künstlers mit kaum einer anderen europäischen Sammlung zu vergleichen. Gerade ging die Ausstellung „Reading Andy Warhol“ zu Ende. Über 50.000 Besucher sahen die weltweit erste Präsentation von Warhols Buchproduktion. Dass Warhol ein sehr inniges Verhältnis zu Büchern hatte, wissen bis heute auch viele Kenner nicht. Die Ausstellung zeigte erstmals, dass Warhol seit seinen Studientagen in den vierziger Jahren bis zu seinem Tod 1987 durchgängig kreativ an Büchern arbeitete.

 

Einmalig sind auch die über 170 Arbeiten – Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen – des amerikanischen Künstlers Cy Twombly (1928–2011). Twombly prägt die Sammlung Brandhorst wie kein anderer Künstler. Für sein monumentales Werk „Lepanto (2001), das aus zwölf Bildern besteht, ist dauerhaft ein zentraler Saal des Museums vorgesehen, der nach den Wünschen des Künstlers gestaltet wurde. Twombly starb 2011 in Rom.

 

Dass auch zeitgenössische Kunst zunehmend in den Fokus des Sammlerinteresses rückt, belegt die Ausstellung der Arbeiten von Damien Hirst. Hier findet im Untergeschoss gerade der Abbau des spektakulären „Pillenregals“* statt. 28.000 Pillen werden ausgeräumt. Die Arbeit wird zu einem späteren Zeitpunkt an anderer Stelle im Museum wieder zu sehen sein. Hintergrund dieser Veränderung ist die Vorbereitung einer großen Ausstellung ab 18. Juli mit Werken des amerikanischen Fotografen Richard Avedor.

 

Während die Pinakothek der Moderne einen Überblick über die Entwicklung der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts ermöglicht, stehen im Museum Brandhorst einzelne Künstlerpersönlichkeiten im Mittelpunkt.

 

Städtebaulich fügt sich das Museum im Nordosten Münchens in das Kunstareal ein und nimmt partiell historisch geprägte Gegebenheiten auf, wie sie der Bebauungsplan für den zweiten Bauabschnitt der Pinakothek der Moderne vorsah. Zum einen folgt der Neubau von Sauerbruch Hutton der Anlage eines Flügels der ehemaligen Türkenkaserne. Zum anderen reagiert der Kopfbau an der Ecke von Türken- und Theresienstrasse in seinem Volumen und seiner ausgesprochenen Leichtigkeit sowie seiner filigranen Struktur auf den Wohnkomplex von Sep Ruf aus den 1950er Jahren. Die Hauptfassade, der Eingang des Museums und das Foyer mit Restaurant/Café und Museumsladen liegen an der Theresienstraße; das Haus wendet sich damit der lebendigen Maxvorstadt, der Universität sowie Schwabing und der Kunstakademie zu. Geöffnet hat das Brandhorst Museum täglich außer Montag von 10 bis 18 Uhr, donnerstags sogar bis 20 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene sieben Euro. Sonntags kann das Brandhorst Museum für nur einen Euro besichtigt werden.  Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre erhalten freien Eintritt. Sehr zu empfehlen ist der Audioguide in deutsch, englisch und italienisch für drei Euro.

 

Innenansicht Museum Brandhorst mit einer Arbeit von Andy Warhol. Innenansicht Museum Brandhorst mit dem Werk Lepanto-Zyklus von Cy Twombly. Cy Twombly Lepanto VII, 2001 Innenansicht Museum Brandhorst mit Werken von Cy Twombly. Innenansicht Museum Brandhorst mit Werken von Cy Twombly. Innenansicht Museum Brandhorst mit dem Werk Lepanto-Zyklus von Cy Twombly. Innenansicht Museum Brandhorst mit Werken von Andy Warhol, Jeff Koons, Damien Hirst and Sigmar Polke.
Erstellt am 17.02.2014 Kategorie: Erleben Der Artikel wurde bereits 1861 mal gelesen
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