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Nachhaltig: Was heißt das eigentlich?

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Es gibt nachhaltige Lebensmittel, nachhaltige Baustoffe, nachhaltige Politik, nachhaltige Urlaubsreisen und, und, und. Der Begriff der Nachhaltigkeit wird gerade in der letzten Zeit inflationär gebraucht und auf fast jeden Lebensbereich angewendet. Dabei verschwimmen die Bedeutungsinhalte, sodass in vielen Fällen kaum einer mehr weiß, was genau gemeint ist. Was heißt eigentlich nachhaltig? Eine Spurensuche zeigt, dass viel mehr dahinter steckt, als allgemein darunter verstanden wird.

 

Nachhaltig ist zum Modebegriff geworden, der immer tiefer in den allgemeinen Wortschatz eindringt. Denn heute lassen sich viele Menschen bei ihren Konsumentscheidungen auch von ökologischen und sozialen Gesichtspunkten leiten. Nicht mehr nur Qualität und Preis sind ausschlaggebend für die Kaufentscheidung, sondern beispielsweise auch, ob der Hersteller umweltverträglich und eben nachhaltig produziert. Dafür ist man in der Regel auch bereit, den einen oder anderen Euro mehr auszugeben.

 

Der Hype um den Begriff Nachhaltigkeit hat aber durchaus auch eine gesellschaftliche Ursache. Im Zeitalter von Klimawandel, Energiewende und Globalisierung wird den Menschen zunehmend bewusst, dass verantwortliches zukunftsfähiges Handeln wichtiger denn je ist. „Heute schon an morgen denken“ lautet die Devise für jeden Einzelnen und dies ist keine Modeerscheinung, sondern eine Daueraufgabe. Nachhaltiges Handeln ist erstrebenswert.

 

Was aber heißt nun nachhaltig genau? Ein Blick auf die Entstehung des Begriffs bringt Klarheit: Zum ersten Mal formulierte Hans Carl von Carlowitz Grundsätze der Nachhaltigkeit, als er als Oberberghauptmann im 18. Jahrhundert einen Leitgedanken entwickelte, um auf Dauer ausreichend Holz für den Bau von Silberminen zur Verfügung zu haben. Er legte fest, dass immer nur so viele Bäume geschlagen werden sollten, wie auch wieder nachwachsen können. Aus diesem forstwirtschaftlichen Grundsatz heraus entstand schließlich der Gedanke „von den Zinsen zu leben und nicht vom Kapital“, die Grundlage des heutigen Nachhaltigkeitsverständnisses. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung, dessen 15 Mitglieder alle drei Jahre von der Bundesregierung einberufen werden, definiert die Grundidee nachhaltigen Handelns so:

 

„Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet also: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben.“

 

Nachhaltigkeit hat also viele Facetten: Neben ökologischen und ökonomischen Aspekten ist die soziale Gerechtigkeit ein wichtiger Bestandteil nachhaltigen Handelns. Diese Funktionen, die auch als Dreieck der Nachhaltigkeit bezeichnet werden, sind eng miteinander verwoben und bedingen einander. Das heißt, wirkliche Nachhaltigkeit kann immer nur dann entstehen, wenn alle drei Faktoren berücksichtigt werden. Ein Beispiel: Ein nach strengen Ökokriterien produziertes Kleidungsstück, das aber von Näherinnen unter ausbeuterischen Bedingungen hergestellt wurde, ist alles andere als nachhaltig.

 

Wenn von Nachhaltigkeit die Rede ist, werden allerdings häufig nur die beiden Aspekte Ökologie und Ökonomie ins Auge gefasst, während die soziale Komponente vernachlässigt wird. Der Grund: Ihre Umsetzung ist meist nicht so offensichtlich. Als Verbraucher hat man in der Regel wenig Einblick in die Produktionsumstände, insbesondere wenn es sich um den Kauf eines alltäglichen Gebrauchsgegenstands handelt. Einfach ist die Wahl eines nachhaltigen Produkts bzw. die bewusste Entscheidung für ein engagiertes Unternehmen daher nicht. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat deshalb für alle, die es ernst meinen und ihr Konsumverhalten umstellen möchten, den „Nachhaltigen Warenkorb“ entwickelt. Die Entscheidungshilfe gibt es als Broschüre, im Internet unter www.nachhaltiger-warenkorb.de oder als App fürs Smartphone. Denn nicht überall, wo „nachhaltig“ drauf steht, ist auch tatsächlich Nachhaltigkeit gegeben. Schauen Sie genau hin!

 

Der Möbelhersteller brühl hat sich nachhaltiges Wirtschaften auf die Fahne geschrieben: Die Herstellung ist komplett ökologisch und sozialverantwortlich ausgerichtet. Naturprodukt: Bei der brühl-Möbelserie „easy pieces“ wird das Oliva-Leder mit Extrakten aus Olivenblättern gegerbt. Neu und nachhaltig produziert: Das Sofa „deep space“ mit Geheimfach und geschwungenen Formen. Das Unternehmen woodloops stellt massive Holzmöbel sowie Wohnaccessoires her und engagiert sich für den Erhalt der Wälder. „Unity“ wird aus einem Fichtenstamm gefertigt, der aus zertifizierter nachhaltiger Waldwirtschaft kommt. Der Baumstamm als rollende Bank: „lorry“ von woodloops. Unter dem Label Grüne Erde werden seit über 30 Jahren nachhaltig und fair hergestellte Produkte vertrieben. Im Onlineshop auf www.grueneerde.com findet sich auch hochwertige Naturkosmetik. Die Stoffe der Grüne-Erde-Fashion stammen aus kontrolliert biologischem Anbau und werden ökologisch, sozial und fair verarbeitet. lasfera achtet auf größtmögliche Nachhaltigkeit bei seinen Produkten bis hin zum CO2-neutralen Versand. Die Leuchte „MOOLIN“ wird aus Bambus von Hand gefertigt.
Erstellt am 28.04.2015 Kategorie: Einblicke Der Artikel wurde bereits 1643 mal gelesen
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