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Nachhaltigkeit to go

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Im Prinzip führt das Konzept des „to go“ eine ganze Kultur ad absurdum. Doch eine kleine, schicke Becherkollektion führt Kaffeetrinker zurück auf den Pfad der Tugend.

 

Wir trinken, das lasse man sich mal auf der Zunge zergehen, pro Kopf rund 160 Liter Kaffee im Jahr. Damit sei Kaffee unangefochten das Lieblingsgetränk der Deutschen, jubiliert alljährlich der zuständige Branchenverband. Wird unserem heißgeliebten Genussmittel aber wirklich die ihm gebührende Liebe zuteil? Zugegeben, in vielen Haushalten zaubern inzwischen luxuriöse Vollautomaten stilechten Cappuccino auf den Frühstückstisch; die Meisten wissen, dass der Kaffeegürtel nicht um die Hüften, sondern am Äquator liegt; und über „Arabica“ und „Robusta“ dozieren längst nicht mehr nur Baristas.

 

Andererseits schwappte um die Jahrtausendwende dieser Trend aus Amerika herüber, der zusammenzuführen versuchte, was im Grunde nicht zusammenpasst: Ruhe und Hektik; Genuss und Schnelllebigkeit. Als unser wahres Lebenselixier laufen lernte, verlor es gewissermaßen einen Teil seiner Seele. Der „Coffee to go“ kann als Abgesang auf die Jahrhunderte alte europäische Kaffeehauskultur verstanden werden – eine Kultur, die seit Ende des 16. Jahrhunderts, als im heutigen Istanbul das erste Kaffeehaus eröffnete, Gelehrte, Philosophen, Schriftsteller, Künstler sowie natürlich auch Normalsterbliche beherbergte und inspirierte. Man hatte Muße, genoss den Müßiggang, roch und schmeckte ganz bewusst die tausenden Aromen der braunen Bohne – eine regelrechte (Lebens-)Kunst für sich.

 

Und heute? Die Popularität des Coffee to go sage etwas über die Gesellschaft aus, in der er so populär ist, stellt Judith Klein in einem Artikel zum Thema Alltagsmythen für die Bauhaus-Universität Weimar fest. Unklar sei nur, ob der Geh-Kaffee die Gesellschaft verändert habe, „oder ob sie sich in ihrem Wandel den Coffee to go als Requisite und Symbol ihrer Zeit angeeignet hat“, so Klein. Eine Zeit, die die Autorin als von Mobilität, Hektik und Multitasking geprägt beschreibt. Mit einem Kaffeebecher in der Hand fühle man sich als Teil dieser Welt: jung, dynamisch, vielbeschäftigt.

 

Caffè Latte, Caramel Macchiato, Espresso Frappuccino – immerhin scheint mit dem Auszug des Kaffees eine ungeheure Sorten- und Geschmacksvielfalt Einzug zu halten. Darüber hinaus scheint sich die Kaffeewirtschaft ihren drängendsten Fragen zu stellen: Nämlich, wie sie zu Zeiten von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und verknappten landwirtschaftlichen Flächen ihren Zielen gerecht werden kann, die Umwelt zu schützen, die Lebensbedingungen in den Anbauländern zu verbessern sowie dabei weiterhin unseren Kaffeedurst zu stillen. Entsprechende Siegel (z. B. von Fairtrade, Rainforest Alliance oder UTZ CERTIFIED) zeugen zumindest davon.

 

Doch gerade da offenbart sich auch das Dilemma: Was nützt die höchste und nachhaltigste Kaffeekunst, wenn sie im Pappsarg endet, im billigen Becher, seines Inhalts kaum würdig? Abgesehen von den zu Recht beleidigten Geschmacksknospen: Mutter Natur ächzt unter den sich jährlich weltweit anhäufenden 220 Milliarden Papp- bzw. Plastikbechern, die wir schnell ausschlürfen und wegwerfen, bevor wir im Bio-Markt das Abendbrot besorgen. Paradox!

 

Aus Australien hat nun ein Produkt den Weg auf heimische Straßen gefunden, das sich jener Schizophrenie stellt. Die Macher sind überzeugt, dass man den beschriebenen Lifestyle pflegen kann, ohne dabei die Natur oder Umwelt schädigen oder auf das Geschmackserlebnis verzichten zu müssen. Von JOCO stammt die genau so einfache wie geniale Idee, wieder- und immer wiederverwendbare Kaffeebecher aus Glas zu produzieren. Das Ritual und die Convenience bleiben, nur die Beliebigkeit und der Abfall verschwinden. Unter dem Motto „Cups That Care“ erschufen die Jungs aus Down Under eine ökologisch sinnvolle und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Kaffeebechern. In den selben Größen erhältlich wie gängige to go-Becher bestehen die „Care-Cups“ aus hochwertigem, robusten Borosilikatglas; ummantelt von farbigen, isolierenden Silikonmanschetten, „behütet“ von ergonomischen, spritzsicheren Silikondeckeln – alles mikrowellengeeignet, vor allem aber blei- und weichmacherfrei!

 

Gegründet hat sich JOCO 2010 in Torquay im südostaustralischen Bundesstaat Victoria. Als international ausgerichtete Marke will JOCO zeigen, dass Kreativität, ökologische Verantwortung und guter Geschmack  sehr wohl Hand in Hand gehen können. Von der Packung bis zum Glas hat der vielfach ausgezeichnete Melbourner Designer Jimmy Gleason den „Cups That Care“-Auftritt gestaltet. Nicht zuletzt ihm ist es zu verdanken, dass der Nachhaltigkeitsgedanke der trendigen Tässchen so konsequent zu Ende gedacht wurde. Denn nicht nur die Cups wurden auf Wiederverwendung ausgelegt, sondern auch ihre Verpackung. Die coolen Boxen bestehen zu 100 Prozent aus recyclefähigem Papier und bieten sich, sobald die Kaffeebecher zum Einsatz kommen, als Behälter für alle möglichen Dinge an: Münzen, Stifte – sogar Setzlinge gedeihen darin. Nachhaltigkeit to go quasi.

 

Infos unter www.jococups.com

 

www.jococups.com www.jococups.com www.jococups.com Bild: 59431236 © Gerhard Seybert - Fotolia.com
Erstellt am 19.05.2014 Kategorie: Einblicke Der Artikel wurde bereits 1495 mal gelesen
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