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Open-Air-Küchen

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Genug gegrillt, jetzt wird gekocht! Outdoor-Küchen erobern unsere Terrassen und Gärten. Und bringen unter freiem Himmel alle Genießer zusammen…

Das Herz des Hauses schlägt jetzt im Doppeltakt: Denn der neueste Wohntrend hat die Küche dupliziert und in den Garten ziehen lassen. Im Gegensatz zum dort bereits ansässigen Grill, treffen sich in der Outdoor-Küche dann alle: Die Griller und die Kocher, die Fleischesser und Vegetarier, Gourmetchefs, Hilfsköche und Gäste.

„Ich war nie ein überzeugter Griller“ sagt Josi Kosta von sich. Der Südtiroler kann hingegen stundenlang von dem aromatischen Geschmack des Gemüses schwärmen, dass er auf der Teppanyaki-Platte seiner Outdoor-Küche zubereitet. Oder davon, wie schön es ist, mit Freunden und Familie an der frischen Luft zusammen zu kochen — ohne, dass ständig einer in die Küche rennt oder der Koch alleine am Herd steht, während alle schon draußen in der Sonne sitzen. Unter dem Label Jokodomus haben er und sein Bruder Franz bereits 2003 angefangen, Freiluftküchen im Baukastensystem herzustellen. Weil sie die Marktlücke dafür erkannt hatten — aber auch aus eigenem Interesse. Ihre modularen Edelstahl-Küchen setzen auf ausgefeiltes Design, deren klare Formensprache an die Bauhaus-Zeit erinnert. Auch die Outdoor-Küchen des schwäbischen Labels OCQ überzeugen mit ihrem Design: OCQ’s nur fast zwei Meter lange Arbeitsbank „bbqube“ mit integrierter Spüle und Kochfeld hat beispielsweise bereits den renomierten „Interior Innovation Award“ gewonnen. Firmenchefin Nadine Pollex erzählt: „Als ich selber eine Outdoor-Küche für mich suchte, störte mich vor allem der Großküchencharme, den viele haben.“ Ihre Modelle wirken eher wie Möbelstücke und würden sich auch bestens im Wohnzimmer machen.

Draußen zuhause — dank smarten Materialien
Die neuen Outdoor-Küchen können aber nicht nur schick aussehen, sie halten auch Wind und Wetter stand. Denn Räder unter den einzelnen Modulen ermöglichen, dass die Draußen-Küchen an unterschiedliche Standorte gerollt werden — immer der Sonne hinterher, oder im Winter ins Gartenhaus, die Garage oder den Keller. Allerdings betonen die Outdoor-Küchenhersteller, dass es dieses Hin und Her gar nicht braucht: Outdoor-Küchen können auch draußen überwintern, sollen besser aber noch ganzjährig genutzt werden. Um diesen Dauereinsatz zu gewährleisten, setzen die Hersteller auf Härte-erprobte Materialien wie Edelstahl, Granit und Beton, aber auch auf so innovative Materialien wie HPL, ein Verbundwerkstoff mit Holzoptik. Thermisch behandelte Esche oder Teakholz halten Wind und Wetter genauso Stand und haben den häufig erwünschten wohnlicheren Charakter. Dazu kommen Materialien, die man aus der klassischen Küchenindustrie kennt, wie Keramik oder Corian.

Die architektonisch autarke Outdoor-Küche
Wer seine Outdoor-Küche zu einem festen Anlaufpunkt im Garten machen möchte, der gibt ihr einen dauerhaften Platz. Gartenarchitekten planen dann zum Beispiel einen in den Garten eingebetteten “Raum“, mit sicherem Fundament, einer Überdachung, Stromzufuhr und Wasseranschluss. Wer jetzt nur an große Parkanlagen denkt, in denen so eine Outdoor-Küche Platz hat, liegt falsch: Auch an kleinere Gärten, Penthäuser oder sogar Dachterrassen wird gedacht: Die niederländische Marke Wwoo bietet mit ihrem Stecksystem beispielsweise eine Lösung an, die Gartenzaun und Outdoor-Küche vereint: So werden die Küchenmodule, wie Spüle, Grill und Arbeitsplatte, nur in eine Betonwand eingehängt. Wenn der Nachbar möchte, kann er die Rückwand auch nutzen. Dann wäre die Outdoor-Küche genau das, was sie sein will: Ein Ort, an dem alle zusammenkommen.

Die beste Zeit, um so eine Outdoor-Küche zu planen und zu realisieren, ist übrigens der Herbst. Da sind die Temperaturen noch angenehm, die Natur geht langsam zum Winterschlaf über und der Gärtner legt den Grundstein für das nächste Jahr. Das Investment für so eine Gartenküche liegt zwischen 2500 und 20000 Euro. Je nachdem wie komfortabel sie sein soll. Denn vor allem die frostsicheren Kühlgeräte gehen noch ins Geld. Wer ein bisschen Camping-Romantik nicht scheut, der kann Abwasser auch mit einem Kanister unter dem Spülbecken auffangen und muss keine Abwasserleitung verlegen.
Bei so einem finanziellen Aufwand, ist der Gedanke natürlich berechtigt, ob es sich lohnt. Das ist am Ende des Tages eine Frage der Leidenschaft zum Kochen, aber auch der Lebenshaltung. Denn wer auf Tage mit Temperaturen über 20 Grad hofft, um seine Freiluft-Küche zu nutzen, der muss in Deutschland mitunter lange warten.
Da lohnt sich ein Blick gen Hohen Norden: Denn die Schweden, Dänen und Finnen sind neben den Amerikanern und Australiern in Sachen Outdoor-Küchen schon lange ganz vorne mit dabei! Sie kochen sehr passioniert draußen. Einfach weil jeder Sonnenstrahl ausgenutzt werden will. Typisch Skandinavier, tun sie das besonders stilvoll: Mit Outdoor-Küchen wie denen von Röshults, die schlichte Formen und starke Materialien zu einem ästhetischen Großen Ganzen zusammenfügen.

Schritt für Schritt zur Freiluft-Küche
Der Weg zur Outdoor-Küche geht aber auch in kleinen Schritten: So bieten immer mehr Grillhersteller auch Zubehör an, mit denen man seinen Grill zur Küche pimpen kann. Beim Hersteller Napoleon hat man beispielsweise die Möglichkeit zusätzliche Schränke und Schubladen in den Grillwagen einzuhängen, oder auch Kochfelder und Heizplatten.
Außerdem kann man mit einer wohnlichen Gestaltung rund um den Grill noch das Gefühl eines echtes “Raumes“ erreichen: Mit einem Outdoor-Teppich, komfortablen Möbeln und einer behaglichen Beleuchtung wird der Platz rund um die Feuerstelle zum geselligen Treffpunkt. Eben ein echtes Herz des Hauses… Und ob nun Grillküche oder völlig autarke Gartenküche: Am Ende geht es bei der Open-Air-Küche doch immer nur um die Geselligkeit eines Kochmomentes, an dem alle ein bisschen Teil nehmen am Zubereiten der Speisen. Und das befreiende Gefühl, dabei an der frischen Luft zu sein.

Ein Artikel von Janina Temmen

 

Erstellt am 10.08.2016 Kategorie: Entdecken Der Artikel wurde bereits 2899 mal gelesen
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