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Wenn der Estrich zum Star wird

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Die Architekturwelt hat sich in den Baustoff Beton verliebt. Viele beeindruckende Bauwerke von renommierten Architekten prägen rohe Betonflächen. Kein Wunder, wirkt doch kaum ein anderer Baustoff so cool, so puristisch. Mittlerweile holen sich auch immer mehr Privatleute die cleane Betonoptik in ihre Wohnungen – auf dem Boden, aber auch an der Wand, an Säulen und an der Decke. Möglich machen das sogenannter Sichtestrich und spezielle Beschichtungen.

Ursprünglich stammen Sichtestriche aus der Industrie-Architektur. Man verzichtete einfach auf einen Bodenbelag und erhielt eine robuste und fugenlose Fläche. Einen Sichtestrich in Betonoptik umweht somit immer ein gewisser Industriecharme, dessen Loftcharakter zum gehobenen puristischen Wohnstil passt. Die ruhige Optik nimmt sich zurück und bildet gleichzeitig eine ideale Bühne für Wohn-Accessoires aller Art.

Ausdruck individuellen Geschmacks

Ein Sichtestrich ist darüber hinaus immer ein Unikat. Auch wenn sich der Estrichleger noch so bemüht, kann er niemals exakt das gleiche Ergebnis ein zweites Mal erzielen. Das liegt an der Herstellung und Bearbeitung. Zum besseren Verständnis ein kurzer Exkurs in die Bautechnik: Estrich ist normalerweise der Unterboden, auf dem ein Bodenbelag liegt. Hergestellt wird er aus einer Mörtelmasse mit einem Bindemittel, die im pastösen Zustand aufgetragen wird. Danach härtet sie einige Tage bis Wochen aus. Am bekanntesten und am weitesten verbreitet ist Zementestrich, bei dem das Bindemittel – wie bei Beton – Zement ist. Hinzu kommen Sand, Wasser und Zuschlagstoffe zur leichteren Verarbeitung. Je nach verwendeter Gesteinskörnung und Zementart erhält der Estrich eine andere Farbnuance und Struktur. Soll der Estrich später sichtbar bleiben, wird er also als Sichtestrich ausgeführt, muss der Estrichleger entsprechend sorgfältig arbeiten. Der Boden wird aber immer seine Handschrift tragen.

Schleifen und Versiegeln

Zementgebundene Designestriche, wie Fachleute sie auch nennen, schleift der Fachmann in der Regel nach dem langsamen Aushärten ab. Je nachdem wie viel er dabei abträgt, entsteht eine andere Optik. Je mehr geschliffen wird, desto mehr kommt die Gesteinskörnung zum Vorschein. Durch starken Schliff erreicht man ein terrazzo-ähnliches Aussehen. Wird nur leicht angeschliffen, bleibt die Fläche einheitlich. Sichtestriche können auch eingefärbt werden. Immer jedoch sollte man die geschliffene Oberfläche schützen, damit der Boden keine Flecken bekommt und leichter zu pflegen ist. Imprägniert oder versiegelt man die Fläche, ist sie sehr widerstandsfähig und belastbar.
Ein Tipp: Lassen Sie sich von Ihrem Estrichleger Probeplatten mit Sichtestrichen unterschiedlicher Zusammensetzungen und Bearbeitungen zeigen. So erhalten Sie einen ersten Eindruck. Bedenken Sie allerdings, dass Farbton und Körnung auf einer großen Fläche ganz anders wirken können.

Gut zu wissen

Auch wenn ein Sichtestrich durch seine homogene Struktur überzeugt, sind Fugen in großen Flächen nicht zu vermeiden. Denn damit verhindert man ungewollte Spannungsrisse. Üblicherweise erstellt der Planer dazu vorher eine Fugenskizze. Der Estrichleger füllt die Fugen mit speziellen Profilen oder einer dauerelastischen Masse aus. Dadurch fallen sie optisch kaum mehr ins Auge.
Ein Sichtestrich lässt sich mit eingelassenen LED-Leuchten aufpeppen. Auch eine Fußbodenheizung im Estrich ist kein Problem, schließlich leitet Estrich Wärme äußerst gut.

Betonoptik an Wand und Einbauten

Beton-Oberflächen an der Wand oder gar an der Decke? Auch das sieht man immer öfter, vor allem in modernen Bädern als Betonung einzelner Bereiche wie der Dusche oder des Waschtischs. Betonoptik an Boden und Wand schafft eine monolithisch wirkende Einheit. Ein elegantes Doppel ist aber auch ein Holzboden und eine Betonwand oder ein Betonwaschbecken. Meist setzen Handwerker dann spezielle Beschichtungen oder Spachtel ein. Es gibt sowohl kunststoffgebundene als auch zementgebundene Materialien, die Wänden und sogar Decken ein passendes „Betonfinish“ verleihen.

Die Fuge in diesem Designboden in Betonoptik ist bauliche Notwendigkeit und gestalterisches Element zugleich. Trotz der eher kühlen Betonoptik an der Wand strahlt dieses moderne Ambiente Wärme aus, was nicht zuletzt an dem dunklen Parkettboden liegt. Muschelkalk prägt den Boden der Weinberge und das Gesicht der Landschaft, hier als Wandbekleidung in Bezug zum Designestrich. Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. So wie das ungleiche Duo Holz und Beton, das dem Raum Gemütlichkeit mit einem Schuss moderner Frische verleiht. Modern und zeitlos zugleich: Mit Steinöl versiegelt wird die Wandbeschichtung „Pandomo Wall“ von Kessler schmutzunempfindlich und leicht abwaschbar. Feine Wellen auf dem CELENIO Boden, kühle Härte an der Sichtbetonwand und der Decke: eine mutige Kombi, die dem Auge schmeichelt. Ein Bad wie aus einem Guss: Für Wand und Waschtisch in Betonoptik wurde hier Dekorspachtelmasse auf Zementbasis verwendet. Die unverputzte Betonsäule ist ein Hingucker und setzt einen optischen Kontrapunkt zum warmen Holzboden.
Erstellt am 16.03.2016 Kategorie: Entdecken Der Artikel wurde bereits 2458 mal gelesen
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