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Kultur in perfektem Urlaubsambiente

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So bequem und praktisch es auch ist, auf der heimischen Couch mittels Tablet Kultur und Geschichte zu „ergoogeln“; es ist doch etwas ganz anderes, diese auf einer Reise zu entdecken, Gebäude und Plätze, die Zeitzeugen schöner wie schrecklicher Ereignisse sind, selbst zu erleben. Dazu gehört ganz bestimmt das Thomas Mann Museum im litauischen Nidden an der Ostsee.

Ein glücklicher Zufall wollte es, dass Thomas Mann im Jahr 1929 im Zuge eines Kuraufenthalts an der Ostsee ausgerechnet auch dem kleinen litauischen Örtchen Nidden einen Besuch abstattete (es war der 25. August, wie die örtliche Presse vermerkte) und sich sofort in das aufstrebende Dorf und das landschaftlich prachtvolle Umland verliebte. Kein Wunder, handelt es sich dabei doch um die Kurische Nehrung, eine an ihrer schmalsten Stelle nur 380 Meter breite, jedoch knapp hundert Kilometer lange Landzunge, die heute vorwiegend zu Russland gehört, und die seit 2000 auch Weltkulturerbe der UNESCO ist.

Wenige Monate später wurde Thomas Mann der Nobelpreis für Literatur zuerkannt, und somit verfügte er auch über die finanziellen Mittel, um sich in Nidden auf dem so genannten Schwiegermutterberg ein Sommerhäuschen zu bauen, das er in den Jahren 1930-1933 auch intensiv nutzte. Seine Beweggründe beschrieb er so: „Die phantastische Welt der Wanderdünen, die von Elchen bewohnten Kiefern- und Birkenwälder zwischen Haff und Ostsee, die wilde Großartigkeit des Strandes haben uns so ergriffen, dass wir beschlossen, an so entlegener Stelle einen festen Wohnsitz zu schaffen.“ Mit herrlichem Ausblick auf das Haff, unweit der Ostsee, in die die Familie täglich baden ging, und umgeben von wunderbar duftenden Wäldern arbeitete Thomas Mann an „Joseph und seine Brüder“, korrespondierte mit Freunden, Verleger und Übersetzern.

Durch die politischen Umwälzungen im Deutschland der 1930er Jahre und die damit verbundene akute Bedrohung der Manns waren die unbeschwerten Sommer an der Ostsee jäh zu Ende, und das Mann´sche Sommerhäuschen kam ab 1939 in den Besitz der Nazis, wo es zunächst als Jagdhaus „Elchenhain“ genutzt, und später abgerissen werden sollte. Glücklicherweise kam es nicht dazu, und so konnte 1967 eine Gedenkstätte errichtet werden, die man in den 1990er Jahren zum Kulturzentrum ausbaute.

Heute kann man zwischen Haff und Ostsee wunderbar urlauben und bei einem Besuch im liebevoll und nach Originalplänen des Architekten restaurierten Museum die Faszination der Manns für diesen Ort nachempfinden.

www.mann.lt/de

Erstellt am 17.10.2015 Kategorie: Erleben Der Artikel wurde bereits 1352 mal gelesen
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