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Waldbaden: Auszeit für die Seele

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Ein schöner Trend aus Japan hat uns erreicht: shinrin yoku, zu Deutsch „Waldtherapie“ oder „Waldbaden“. Er verspricht Balsam für gestresste Europäer und kommt, anders als der Name vermuten lässt, ganz ohne Badezeug aus.

Erinnern Sie sich noch an die Trimm-dich-Pfade, womöglich sogar deren Maskottchen „Trimmy“? Beide hatten in den 1970er-Jahren bei uns eine Bekanntheit von 90 Prozent, und es waren nicht weniger als 1500 Pfade über die Republik verteilt, auf denen die Gewinner des Wirtschaftswunders ihre Pfunde ab- und ihre Muskeln wieder aufbauen sollten. Eine Allianz aus Politik, Krankenkassen und Wirtschaftsverbänden hatte sie gestiftet. Die meisten sind freilich längst abgebaut oder verfallen, weil heute niemand mehr Kniebeugen oder Klimmzüge im Wald machen möchte.

So ganz anders das „Waldbaden“ ist – so ähnlich ist seine Entstehungsgeschichte: shinrin yoku ist nämlich keineswegs eine traditionelle Sitte der Japaner, sondern das Ergebnis einer Marketingkampagne des Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei. Sie sollte die japanische Bevölkerung dazu anregen, mehr in die Natur zu gehen.

Und wozu lädt Waldbaden die Menschen ein? Vereinfacht ausgedrückt geht man beim shinrin yoku im Wald spazieren, langsam, in aller Ruhe, einen Morgen, einen Nachmittag oder einen ganzen Tag lang. Tatsächlich aber ist Waldbaden viel mehr: Wir tauchen ein in die Atmosphäre des Waldes, werden langsam, werden still, schärfen unsere Sinne, vertiefen unser Gefühl für den Ort und nehmen ganz achtsam wahr, was passiert – um uns herum und in uns selbst. In ihrem Buch „Waldbaden. Mit der heilenden Kraft der Natur sich selbst neu entdecken“ beschreibt die Entspannungspädagogin Annette Bernjus Rituale, Übungen und Meditationen, die diese Erfahrung vertiefen.

Sie begründet auch, warum gerade Deutschland ein so guter Platz ist fürs Waldbaden: „In kaum einem anderen Land Europas hat sich ein so tiefes Bewusstsein für die Heimat der Bäume entwickelt wie bei den Ururenkeln der Germanen. Vor Tausenden von Jahren verehrten diese die Bäume als Sitz der Götter. So wohnte die Liebesgöttin Freya in der Linde, ihr Gemahl Thor in der Eiche. Die ganze Welt wurde zusammengehalten von einem Baum, der Esche Yggdrasil, die Himmel, Erde und Unterwelt miteinander verband.“

Wenn wir an diese uns eingeprägte Sehnsucht anknüpfen, sind die Vorteile vielfältig. Mittlerweile ist gut belegt, wie positiv sich regelmäßiges Eintauchen in die Ruhe und das Mikroklima des Waldes auf die Gesundheit auswirkt. Es

„Die Ergebnisse sind äußerst vielversprechend“, schreibt der japanische Wissenschaftler Yoshifumi Miyazaki. Und er hat dafür eine geradezu poetische Erklärung: „Sie belegen eindeutig, dass unser Körper die Natur noch immer als sein Zuhause erkennt.“

Erstellt am 07.11.2018 Kategorie: Entdecken Der Artikel wurde bereits 85 mal gelesen
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