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Wo Kunst passiert – das MoMA in New York

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Das Museum of Modern Art (MoMA) in New York ist ein höchst lebendiger Tempel der zeitgenössischen Kunst

 

Das klassische Museum ist oft eine meist mehr als weniger statische Angelegenheit. Staubwedelduft, MuseumswärterInnen in Uniform, Stille vermengen sich zu einer mottenkugeligen Atmosphäre. Da ist jede Menge Platz für Ehrfurcht und historisches Interesse, aber besonders lebendig wirkt das dann meist nicht. Das Attribut „vergangen“ nähert sich bedrückend der Synonymie mit „tot“.

 

Genau das soll im New Yorker Museum of Modern Art, kurz MoMA, nicht passieren. In der 53sten Straße zwischen Fifth und Sixth Avenue in Midtown, Manhattan sorgen schon alleine regelmäßige Um- beziehungsweise Erweiterungsbauten dafür, dass es um das MoMA nur ja nicht allzu ruhig wird. Zuletzt durfte zwischen 2002 und 2004 der japanische Architekt Yoshio Taniguchi den Museumsbau erweitern. Die nächsten 3700 Quadratmeter soll zwischen 2018 und 2019 fertig werden. Geplant ist neben neuen Ausstellungsräumen eine Erweiterung des Erdgeschosses. Zudem wird der Skulptur-Garten künftig „ein kostenfreier, öffentlich zugänglicher Raum werden, der attraktiv ist und ein Kulturprogramm bietet“, kündigte Museumsdirektor Glenn D. Lowry gegenüber der New York Times an. Dass für den neuerlichen MoMA-Umbau das erst 2001 fertiggestellte und für seine Architektur hochgelobte American Folk Art Museum abgerissen werden muss, wird trotz aller Proteste den schillernden Ruf des New Yorker Kunsttempels wohl eher manifestieren als ruinieren.

 

Das 1929 von Abby Rockefeller, der Schwiegertochter des superreichen Öl-Magnaten John D. Rockefeller, und zwei weiteren Mitstreiterinnen gegründete Museum, ist seit 1939 am heutigen Standort beheimatet. Die Architekten Edward Durell Stone und Philip Goodwin entwickelten damals den minimalistischen Bau, der gemeinhin als das erste moderne Museumsgebäude der Welt gilt. Der Bau des Ursprungsgebäudes in Midtown, Manhattan, wurde unter anderem dadurch möglich, dass Abbys Ehemann, John D. Rockefeller II, sich nach zehn Jahren doch überzeugen ließ, das Museum für moderne Kunst zu finanzieren.

 

Heute ist das MoMA eine der, wenn nicht DIE Institution der modernen Kunst. Van Gogh, Cézanne, Klimt, Kokoschka, Picasso, Lichtenberg, Warhol, Kandinsky, Schiele, Degas, Arp, Moore, Export, Mommartz, Rist, die Liste ist schier endlos – deshalb kurz: Alles was in der neueren und zeitgenössischen Kunst Rang und Namen hat, ist im MoMA vertreten. Neben Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen haben auch Exponate aus Architektur und Design ihren Platz in der insgesamt etwa 1500000 Werke umfassenden Sammlung, beispielsweise ein VW Käfer. Dazu kommen etwa 22000 Filme, vier Millionen Standbilder aus Filmen und Videokunst. Seit einiger Zeit hortet das MoMA auch Computerspiele von Pac-Man bis Mindcraft.

 

Doch das MoMA ist eben kein großes, aber irgendwie auch starres, verharrendes Museum, sondern das genaue Gegenteil: Schon wer versucht, sich auf der Website www.moma.org einen Überblick zu verschaffen, merkt schnell: Das hier ist kein herkömmlicher Erbauungsraum bildungsbürgerlicher Beflissenheit, sondern ein hyperaktiver Ameisenhaufen, der jeglicher moderner beziehungsweise zeitgenössischer Ausdrucksform Raum und Bühne gibt. Nur zwei Beispiele sind die Reihe „PopRally“ mit Ausstellungen, Performances und Auftritten aktueller KünstlerInnen oder die diversen museumspädagogischen Angebote für alle Altersklassen und Zielgruppen. Das MoMA alleine könnte einen typischen ein- bis zweiwöchigen Trip nach New York mehr als ausfüllen. Die Reise würde sich lohnen.

 

New York, USA – Oktober 2011: MoMA an der Fassade ist ein Akronym des Namens des Museums.
Erstellt am 19.08.2014 Kategorie: Einblicke Der Artikel wurde bereits 1497 mal gelesen
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